Prozessleistung mit Einzelwerten berechnen2019-02-03T12:35:41+00:00

roXtra QM-Software für Dokumentenlenkung QM-Forum Qualitätsmanagement Prozessleistung mit Einzelwerten berechnen

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    Beiträge
  • Anatol Schuster
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1

    Liebes QM-Forum,

    ich habe eine Frage zur Berechnung der Prozessleistung (PPK):

    Gehen wir mal davon aus, dass für die Berechnung des PPK-Werts für jede einzelne Subgroup nur ein Wert zur Verfügung steht, dann wäre meines Erachtens das Ergebnis statistisch nicht aussagekräftig, da Mittelwert und Standardabweichung der Subgroups unbekannt sind und die über die Subgroups summierte Häufigkeitsverteilung (Verteilungsform) signifikant von der über eine höhere Stichprobengröße ermittele Verteilungsform abweicht.

    Kann das jemand bestätigen oder widerlegen?

    Gäbe es in diesem Fall neben dem Führen von Einzelwert-Regelkarten eine andere Möglichkeit die Prozessleistung zu beurteilen?

    Ab welcher Stichprobengröße je Subgroup ist eine belastbare statistische Aussage für die Berechnung von CPK- bzw. PPK-Werten gegeben?

    Vielen Dank im Voraus!
    Liebe Grüße

    Barbara
    Senior Moderator
    Beitragsanzahl: 2761

    Hallo Anatol,

    es ist wie so oft bei einer statistischen Frage. Die Antwort ist „Es kommt darauf an.“

    Wenn mit einer Prozessfähigkeits-Kennzahl bewertet werden soll, wie gut der Prozess sein könnte, wenn Unterschiede zwischen den Stichproben (z. B. durch Chargen) weg-optimiert werden, dann müssen in den Daten Gruppen-Merkmale (Charge, Tag, Schicht…) enthalten sein und es muss mehr als 1 Messwert in 1 Gruppe sein. Die Streuung wird ausschließlich innerhalb der Gruppen berechnet. Die Berechnungen für 1 Messwert pro Gruppe sind möglich, nur eben nicht wirklich sinnvoll.

    Wenn mit einer Prozessfähigkeits-Kennzahl die Gesamtleistung des Prozesses bewertet werden soll, werden alle Messwerte zusammen betrachtet und z. B. eine Gesamt-Streuung berechnet. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Gruppen-Struktur vorhanden ist oder nicht (die wird ignoriert). Die Kennzahl gibt am Ende wieder, welche Qualität der Kunde insgesamt bekommt und für den ist es unerheblich, mit welcher Charge oder an welchem Tag produziert wurde. Der Kunde will eine Aussage zum Großen Ganzen.

    Je nach Handbuch werden für die beiden Bewertungen verschieden Buchstaben-Kombinationen verwendet:

    SPC 3 (AIAG):
    +Cp, Cpk potentielle Prozessfähigkeit (mit Berücksichtigung von Gruppen)
    +Pp, Ppk Gesamt-Prozessfähigkeit (alle Werte gemeinsam)
    Diese Buchstaben-Bedeutung findet sich auch in Minitab

    (DIN) ISO 22514-Normenreihe zu Fähigkeiten (und Vorläufer DIN ISO 21747):
    +Cp, Cpk Prozessfähigkeit für Prozesse mit nachgewiesender Prozess-Stabilität
    +Pp, Ppk Prozessfähigkeit für Prozesse mit vermuteter Prozess-Stabilität (Nachweis Prozess-Stabilität noch nicht erbracht)

    Viele Grüße
    Barbara

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