Hallo erstmal!Kennt Ihr solche Situationen:
- Der relativ "frische" MA Klaus (1,5 Jahre im Unternehmen) fragt bei einem "alten Hasen" Hans (> 40 Jahre im Unternehmen)nach der Lösung eines Problems
- Hans spielt seine Erfahrung und Wissen voll aus und antwortet Klaus: "ja, das ist halt mal so wenn man als Frischling keine Ahnung hat und große Wellen schlagen will".
"Da musst Du Dich erstmal darum kümmern, um die notwendigen Informationen zu erhalten".
"Ich musste mir das auch selber aneignen" - sichtlich Stolz um diesen Vorsprung!
"Am besten gebe ich Dir mal für 2 Stunden eine Schulung" ganz überheblich rübergebracht!
Frage von Klaus (Frischling) an Hans (alter Hase)"Bringste mir in 2 Stunden das bei, was Du in den >40 Jahren an Erfahrungen gesammelt hast?
Ich brauche doch nur für diesen konkreten Fall Deine Unterstützung.
Man kauft sich ja auch keinen Weltatlas, wenn man eine Karte von Frankfurt bis München braucht!"
Ende vom Lied: Eskalation, Geschrei, Funkstille, Problem ungelöst!
Meine Frage nun:
- Wie kann man das Wissen von älteren, bald ausscheidenden MA sichern, so dass die Nachwelt auch davon profitieren könnte?
- Mit QMS klar, da kann viel abgesichert werden.
Aber was war vor 20 Jahren, vor der Norm: keine FMEA´s, keine VA´s, keine AA´s usw.
"Es wird Zeit, dass die Menschen eine USB-Schnittstelle bekommen, wo man die Erfahrung downloaden kann" Qualyman 2009
Gute Zeit!
Qualyman - Qualitäter aus Überzeugung und Leidenschaft, auch wenn´s mal Leiden schafft!
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Antworten:
Hallo qualyman,
so wie Du es beschreibst klingt es für mich nicht nach einem Wissens-Transfer-Problem sondern in erster Linie nach einem Kommunikations-Problem. Vielleicht spielt auch die fehlende Wertschätzung auf beiden Seiten eine Rolle dabei, dass das so eskaliert ist.
Das strukturierte Sichern von Know-How bei Mitarbeitern, die die Firma verlassen (sind ja nicht nur die die in Rente gehen!) ist etwas anderes, denn es ging bei Klaus & Hans nur um 1 Frage und nicht 40 Jahre Erfahrungs-Transfer.
Ein angenehmer Nebeneffekt einer wertschätzenden Kommunikation wäre auch, dass Ihr die Chance erhöht den ausgeschiedenen Mitarbeiter bei Fragen noch mal anrufen zu können.
Ich würd deshalb zuerst an der Kommunikation ansetzen und mir nebenher noch einige Gedanken zur strukturierten Wissenssicherung machen (wer weiß was, was muss bewahrt werden, in welcher Form wird es gesammelt, usw.)
Viele Grüße
Barbara
PS: Hab Dich auf der Control 2009 vermisst!
_____________________________________
Eine gute wissenschaftliche Theorie sollte einer Bardame erklärbar sein.
(Ernest Rutherford, Physiker)
Hallo Qualyman,
das wirkt auf mich, als ob die beiden auch schon vorher keine guten Freunde waren und es wohl auch nie sein werden.
Da ist vorher schon irgend etwas schief gelaufen.
Gruß
Evereve99
?Hast Du die ganzen Ausrufezeichen bemerkt? Fünf? Ein sicheres Zeichen für jemanden, der seine Unterhose auf dem Kopf trägt.?
? TERRY PRATCHETT, MUMMENSCHANZ
Hallo zusammen,
[Spaßmodus an] Renteneintrittsalter auf 206Jahre setzen und Kündigungen verbieten[Spaßmodus aus]
Das wichtigste ist aus meiner Sicht eine möglichst umfassende Einarbeitung der Mitarbeiter und das Vermitteln von Wissen darüber hinaus. Das geht nicht ohne gute Kommunikation und gutes Betriebsklima. Die Älteren müssen freiwillig und gerne Wissen preisgeben und die Jungen nicht immer alles besser wissen. Ideal wären wohl Teams aus alten und jungen MA oder Patenschaften.
Zweiter Punkt ist die Dokumentation von Wissen. Problem hier ist, dass es oft sehr schwer ist wieder herauszufinden, welches Wissen so dokumentiert wurde. Projekt- oder abteilungsbezogen geht das sicher aber projektübergreifend wirds meist schwierig, gerade wenn es um Zeitabstände im Jahrzehnbereich geht. Fängt dann eigentlich schon da an zu wissen, wer was weiß.
Gruß medi
p.s.: Das Problem besteht leider immer wenn ein Mitarbeitrer das Unternehmen verlässt, muss ja nicht erst zur Rente sein.
@ Barbara
Leider durfte ich nicht auf die Control!
Grund: Kurzarbeit, nur 4 Tage/Woche arbeiten und dann noch 1 Tag auf die Messe.....so nedde!
Schön dass Du mich vemisst hast. Dich wieder zu treffen hätte mich auch sehr gefreut.
Nächstes Date: UT 2009 (und das lass ich mir nicht nehmen, von keinem und schon gar nedde vom Seffe)
Gute Zeit!
Qualyman - Qualitäter aus Überzeugung und Leidenschaft, auch wenn´s mal Leiden schafft!
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Hallo,
habe gerade einen aktuelle fall.
MA 35 jahre hier im aktiven dienst - in 2j. altersbedingtes ausscheiden. Er hat auch nicht mehr große lust die kommenden veränderungen mit zu machen.
Nun kam mein vorschlag, MA 2 (1j. im betrieb) kennt sich mit maschinen und prüfablauf nicht 100% aus. MA 1 nimmt für 1j. MA 2 unter seine fittiche - zeigt ihm alles, erklärt ausführlich usw. usw. .
Mein vorteil bzw. des unternehmens liegt auf der hand, den MA 2 ist mein stellvertreter, so habe ich mein theoretisches wissen und kann auf sein praktisches zurück greifen.
MA 1 ist total glücklich sich aus dem täglichen geschäft raushalten zu können.
Ich finde diese möglichkeit sehr gut. Ok ich weiß das dies nicht in jedem unternehmen so laufen kann, wäre aber wünschenswert.
@ Barbara, vielen vielen dank für deine mail, hat mich sehr gefreut dich mal wiedergesehen zu haben.
Schönen Gruß
Stefan
"Das ganze Elend kommt daher, dass die Menschen nicht zu Hause bleiben."
geändert von - QM-Stefan on 14/05/2009 09:05:25
@Stefan: Bitte, immer gerne!
Hallo,
für mich sieht das nach einem zweifachen Kommunikationsproblem auf der Beziehungsbebene aus:
1. Kommunikation "von oben": Der know-how-Träger führt <punkt>
2. Kommunikation zwischen den Partnern:
Der no-know-how-Träger ;-) respektiert den know-how-Träger.
Zur Zeit gibt es hier eine interessante Artikelreihe:
http://www.harvardbusinessmanager.de
So lernen Sie von Ihrem Vorgänger
Was mir wichtiger scheint ist der Kulturtransfer incl. Geschichten und Ritualen.
Grüsse mfunk
Sie koennen erst dann neue Ufer entdecken,
wenn Sie den Mut haben, die Küste aus den Augen zu verlieren.
<chinesische Weisheit>
Hallo qualyman!
Könntest Du Dir den Einsatz eines DMS (gekauft oder selbstgestrickt) vorstellen? Ich hatte hier das gleiche Problem und diese Lösung wird jetzt von uns so eingesetzt. Das Problem mit der Kommunikation gibt es zwar immer noch, aber bei weitem nicht mehr so starkt. Aber eigentlich wird man das auch nie rauskriegen. In diesem System werden alte Zeichnungen, Prüfbericht (halt alles was wichtig ist) dem Produkt, Vorgang oder Kunden zugeordnet. Jeder, mit Zugriffsmöglichkeit, kann dort Informationen abrufen. Wenn dann konkret nachgefragt wird, gibt es auch eigentlich immer eine vernünftige Auskunft. Menschliche Probleme lassen sich damit natürlich nicht ausschließen. Aber so ein System wird es wohl auch nie geben. Aus diesem System lassen sich auch Infos zur Einarbeitung von Mitarbeitern ableiten.
Gruß
Michael
@Michael: HeliGlüwu zum Senior!
Hallo Michael,
ein DMS haben wir auch im Einsatz. Leider erst ca. 2 Jahre intensiv im Einsatz.
Wir haben die Forderung aufgestellt, alles an spezifischer Doku darin einzustellen.
Alle Arbeitspakete, welche über APQP anfallen, werden eingepflegt.
Aber....wir haben noch tausende Altlasten, welche zum größten Teil nur in den Köpfen der MA abgespeichert sind.
Und gerade diese Erfahrungsträger mit 40 und mehr Dienstjahren werden jetzt, im Zuge der Krise, holder die polter früher nach Hause geschickt.
Hierdurch entsteht meiner Meinung nach ein unwiederbringlicher Verlust an Know How, der auch noch Kosten verursacht.
Übrigens, herzlichen Glüßhstrumpf zum Senior!
Gute Zeit!
Qualyman - Qualitäter aus Überzeugung und Leidenschaft, auch wenn´s mal Leiden schafft!
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Hi, qualyman,
Du: "...Der relativ "frische" MA Klaus... Hans...
Meine Frage nun: Wie kann man das Wissen von älteren, bald ausscheidenden MA sichern, so dass die Nachwelt auch davon profitieren könnte?"
qualyman, Erfolgsbeispiele haben wir in Familienunternehmen, in Sportvereinen, in der Kirche. So ich Dich kenne, kennst Du die auch.
Folgerung: Du hast da einen Zweifler, der diese Beispiels nicht kennt oder nicht kennen will. Also brauchst Du Argumente einer anderen Art.
Die Erfolgsbeispiele, die ich kenne, da benutzt man nicht das Modewort "Wissenstransfer", als käme es nur auf das Wissen an und die Personen seien egal.
Sondern da spricht man von Einarbeitung, Stellvertreter und Nachfolger.
Für einen Zweifler an diesem bewährten Konzept würde ich notfalls die FMEA anwenden mit der Frage: "Wie funktioniert eine einwandfreie Nachfolgeregelung im Fachgebiet XY?"
Wie sieht das Ziel dieses Vorgangs aus? Sicher, dass der Nachfolger anerkannt ist bei seinen Vorsetzten, Kollegen und Leuten. Dass er auch Freude hat an seinem Job.
Mit der Frage "Was ist dazu alles notwendig?" finden wir die Erfolgs- und Einflußfaktoren.
Mit der Frage "Was könnte alles schiefgehen?" finden wir noch mehr Einflußfaktoren von der anderen Seite der Medaille.
Schließlich bleibt übrig:
* Wissen ist ein wichtiges Mittel, aber noch wichtiger ist die Anerkennung durch Vorgesetzte, Kollegen und Mitarbeiter.
* Diese Anerkennung bekommt man kaum durch Lesen eines Buches, durch Computerspiel ("E-Learning") oder Anwendung einer anderen Form des "Nürnberger Trichters". Sondern durch Bewährungsproben, durch Heldentaten in diesem Fach.
Gelegenheit zu diesen Heldentaten bekommt aber nicht jeder, sondern eher die schon überragend fachlichen Kräfte, und insbesondere der Stellvertreter des "Hans".
Eine Voraussetzung für Heldentaten des "Klaus", die das Unternehmen verantworten kann: "Klaus" vollführt sie unter der Obhut des "Hans". "Hans" sorgt dafür, dass er die Notbremse ziehen und Schäden vermeiden kann.
Externe Nachfolger erst, wenn kein kompetenter "Klaus" zur Verfügung steht.
Dann aber muss der Externe auch überzeugen durch seine bekannten Heldentaten.
Qualyman, solch eine Praxis sollte eigentlich üblich sein in einem Unternehmen: "Nachfolger? Das macht man bei uns schon immer so." Dann sollte es keinen Anlass geben für Deine Frage - deshalb werte ich den Anlass als Symptom einer schlimmeren Ursache im Unternehmen.
Ciao
Wolfgang Horn
Hallo Wolfgang!
Wie recht Du hast! Passt halt irgenwo alles zusammen in diesem Unternehmen. Darüber haben wir uns ja schon ausgetauscht.
Was ich jetzt erst hab erfahren, Hans, der langgediente, wurde vor 5 Jahren so in seiner Position beschnitten, dass er wohl keinen Nahchfolger mehr informieren, geschweige richtig einarbeiten wird. Er sitzt seine restliche Zeit ab und tschüss.
Verstehe nur zum Teil diese Haltung, denn dafür konnten die derzeitigen Kollegen ja auch nichts.
Gute Zeit!
Qualyman - Qualitäter aus Überzeugung und Leidenschaft, auch wenn´s mal Leiden schafft!
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Hallo Qualyman,
da haben wir's wieder - Führungs- und Unternehmenskultur und vielleicht auch noch zwei kontroverse Charaktere.
Das Kind (Klaus)dürfte in den Brunnen gefallen sein - die Ergebnisse werden wohl bescheiden bleiben. Aber man sollte nichts unversucht lassen, die Situation zu retten.
Da erreicht man wohl nur noch auf der persönlichen Ebene etwas. In solchen Situationen spielen Emotionen und Enttäuschungen eine enorm große Rolle - einmal auf der Seite des in seiner Position Beschnittenen (empfundene geringe Wertschätzung seiner Lebensleistung, Abstellgleis, Trotz, Kränkung) - auf der anderen Seite (Ausgrenzung, fehlende Wertschätzung, fehlende Integration etc.)
Klaus sollte Hans vielleicht auf äußerst diplomatische Weise klar machen, dass Hans trotz der Beschneidung seiner Position wichtig ist. Das funktioniert nicht nur von oben nach unten, sondern auch auf gleicher Hierarchieebene. Das macht man natürlich nicht, indem man ein hochoffizelles Meeting anberaumt: "So jetzt reden wir mal drüber... ...". Die Mittagspause oder ein kleiner Schwatz irgendwo im Produktionsbereich sind eine gute Gelegenheit.
Klaus sollte Hans signalisieren, dass Hans von ihm respektiert und seine Leistungen für das Unternehmen anerkannt wird, dass er seine Fachkenntnisse schätzt. Manchmal hilft es auch an den Stolz der älteren Mitarbeiter zu appelieren. Ältere Mitarbeiter sind oft stolz auf ihre Leistungen. Mit Recht, sie haben die Firma häufig über Jahrzehnte begleitet. Die Firma ist ihr zweites Zuhause, wo sie jede einzelne Schraube kennen.
Manchmal reicht die Frage: "Wie lief denn dieses oder jenes als Sie die Abteilung, das Projekt etc. etc. geleitet haben?" um ins Gespräch zu kommen. Die meisten beginnen zu erzählen und man kommt auf der persönlichen Ebene ins Gespräch. Man muss natürlich etwas mehr Zeit investieren und zuhören können. Man erfährt vielleicht eine Menge Dinge, die man im Moment überhaupt nicht hören will. Das zwischenmenschliche Klima wird jedenfalls danach ein besseres sein.
Ein kleiner Hinweis darauf, dass man selbst mit der Unternehmenspolitik bezüglich älterer Mitarbeiter (oder auch ein anderes Thema, was den Mitarbeitern auf den Nägeln brennt) nicht ganz einverstanden ist, könnte hilfreich sein und so manche Tür öffnen. So blöd wie es klingt: Gemeinsames Jammern (geteiltes Leid) stärkt den sozialen Zusammenhalt. Man sollte nur schauen, dass es nicht ausufert.
Klaus sollte das Angebot einer 2stündigen Schulung erst mal positiv betrachten. Hans hätte ihn auch ganz abblitzen lassen können. In der Schulung heist es wachsam sein, ob sich Anhaltspunkte für ein persönlicheres Gespräch bieten.
Das alles könnte jedoch nur funktionieren, wenn die Situation noch nicht eskaliert ist und die beiden sich in leidenschaftlicher Abneigung begegnen. Die obigen Versuche würden dann ehr lächerlich und unglaubwürdig auf Hans wirken und er würde wahrscheinlich noch misstrauischer. Dann hilft vielleicht nur noch ein neutraler Schlichter um den Konflikt zu klären.
Der Konflikt sollte möglichst schnell geklärt werden, sonst vertiefen sich die negativen Aspekte bei beiden Streithähnen. Das belastet nicht nur das Arbeitsverhältnis sondern richtet möglicherweise neue Barrieren auf.
Viel Glück
Vivian
Hi, qualyman,
Du: "...Passt halt irgenwo alles zusammen in diesem Unternehmen."
Wenn eine Gesellschaft die Widersprüche in ihrem Wertesystem einigermaßen bereinigt hat, dann passt das Bewältigende auch einigermassen zusammen.
Du: "Hans..wurde vor 5 Jahren so in seiner Position beschnitten, dass er wohl keinen Nahchfolger mehr informieren, geschweige richtig einarbeiten wird."
Das ist nur eine Frage der Kosten, und der Reiz liegt in der Senkung dieser Kosten.
Nach Deinen bisherigen Worten scheint mir:
* Der "Klaus" ist derjenige, der handeln muß.
* Die Geschäftsführung, die Führungskräfte, seine Kollegen und Mitarbeiter werden von ihm erwarten, dass er Kotau macht vor "Hans" und ihn bewegt, ihm all das mitzuteilen, was allen unnötige Kosten und Mühen erspart.
* Je später Klaus das tut, desto schlechter für seinen Ruf.
Wenn meine Vermutung zutreffen sollte:
1. Ist ihm das klar?
2. Dann liegt die erste Frage nahe: Was kostet es, bis "Klaus" a) einen Schlussstrich unter Vergangenes zieht, und b) seine Zukunft für wichtiger nimmt als seinen törichten Stolz?
Dazu ist wiederum die wichtigste Frage: Was will "Klaus" persönlich erreichen?
Wie weit ist sein Denkhorizont? Denn wer beispielsweise sowieso keine persönliche Zukunft mehr erwartet, der sieht auch keinen Sinn mehr für persönlche Investitionen.
Ciao
Wolfgang Horn
Hallo Herr Horn,
ich teile ihre Meinung nur zum Teil.
Klaus sollte sich bewegen - aber was passiert, wenn er es nicht tut - welche Folgen/Wirkungen hat das für ihn persönlich und wie geht er damit um?
Das kann reichen von Entlassung über Versetzung bis zu "er kann nichts dafür - Hans hat ihn nicht eingearbeitet .. wir kommen da schon durch .. .
Wen Klaus die Konsequenzen seines Tuns/Nichttuns sieht bzw. das Risiko seines Handels abgeschätzt/bewertet hat, wird er seine Schlüsse für seinen Umgang mit Hans ziehen.
Und wie sieht das bei Hans aus?
Also:
Warum sollte Klaus etwas fragen/tun? (ggf. sich für das Verhalten Dritter "entschuldigen"?)
Warum sollte Hans etwas preisgeben/tun?
In dieser Hinsicht teile ich die Einschätzung von Vivian:
Die Lösung liegt in der Beziehung zwischen Hans und Klaus - Hans hilft Klaus, weil er Klaus ist und nicht der Firma. Hans hilft einem Freund und nicht dem "Feind".
Viele Grüße
mfunk
Sie koennen erst dann neue Ufer entdecken,
wenn Sie den Mut haben, die Küste aus den Augen zu verlieren.
<chinesische Weisheit>
Hallo,
wir hier im Forum kennen weder Hans noch Klaus persönlich. Also betreiben wir letztendlich zwischenmenschliche Kaffeesatzleserei.
Ich wollte zu diesem Thema nur mal meine persönlichen Erfahrungen aus ähnlichen Situationen als Alternative zum Vorgehen weiterreichen. Manchmal kann es ein richtiges hartes Stück Arbeit sein, einen Hans "zu knacken".
Eine rationale technokratische Vorgehensweise trägt meiner Erfahrung nach nur selten Früchte. Dazu sind zu viele Emotionen und persönliche Befindlichkeiten im Spiel.
Ich habe in ähnlichen Fällen sogar schon zu so subversiven Mitteln wie "Bestechung" mit Kuchen zurückgegriffen. Oder man kann Leute über ihre persönlichen Interessen und Hobbys auf die gleiche Wellenlänge locken oder sich auf die gleiche Wellenlänge begeben. Meinem ehemals grimmigen fränkischen Nachbarn habe ich für seine Sammlung ein paar Ableger meiner Kakteen geschenkt. Seit dem betreiben wir einen regen Tauschhandel mit allem möglichen Grünzeug - nur mal so als Beispiel. Sehr oft führt das "Geben" schneller zum Erfolg als das "Nehmen".
Also viel Spaß beim Trainieren eurer Softfacts.
Schönen Tag noch
Vivian
So wie Vivian sehe ich das auch. Was schert sich jemand, der in seinem Berufsleben frustriert ist und kurz vor der Rente steht, noch um irgendwelche Vorgaben. Es kann ihm doch nichts mehr passieren. Im Gegenteil, wenn er sein Know-How mitnimmt und der Nachfolger dann Probleme hat, dann steht er auch noch gut da und tut kund, dass er alles viel besser konnte, das könne man ja nun eindeutig sehen! Ein solcher Mensch wird sein Wissen nur dann umfassend weitergeben, weil er es dem Nachfolger zuliebe tut. Und das tut er nur, wenn ihm dieser sympathisch ist.
Entchen
Hi, mfunk,
Du: "Klaus sollte...
Warum sollte Klaus etwas fragen/tun?"
Weil er - nach geschilderter Lage - die längere Zukunft im Betrieb hat. Weil er sicher noch etwas erreichen will. Weil er - wieder nach Lage - dafür wohl einiges Wissen von Hans benötigt.
Du: "Warum sollte Hans etwas preisgeben/tun?"
Eben. Nach Lage her er keine Not, zählt die Tage bis zur Rente.
Daher ist es Klaus, der Hans gewinnen muss.
Du in Zustimmung zu Vivian: "Die Lösung liegt in der Beziehung zwischen Hans und Klaus"
Das ist richtig, wenn Hans sein Wissen mitteilen soll, dann muss die Beziehung entsprechend gestaltet sein.
Aber so richtig Eure Meinung ist, was würdet Ihr machen in der Situation? Warten, bis sich "die Beziehung" von selbst günstig gestaltet hat?
Das, was "Beziehung" genannt wird, ist nirgendwo in Dosen zu kaufen, in Tuben oder in anderer Verabreichungsform.
Sondern sie ist das Ergebnis erfolgreicher FÜHRUNG. Da muss einer voraus gehen, einer der ein Ziel erreichen will und dazu die Unterstützung eines anderen benötigt.
Hans hat da keine grossen Ziele mehr.
Nach Lage kann das daher kein anderer sein als Klaus.
Würde ein anderer die Initiative übernehmen, stünde Klaus als Zögerer da, als einer, desse Stolz nicht über seinen Schatten springen kann, als einer, der in der Rangliste seiner Liga niedriger angesehen wird.
Deshalb bewerte ich die Lage - in der Unvollständigkeit des geschilderten Falles - als eigentlich sehr simpel zu lösen. Klaus muss führen in dieser Sache.
Hi, Vivian,
Du: "Ich habe...schon zu ...Mitteln wie "Bestechung" mit Kuchen zurückgegriffen... Oder man kann Leute über ihre persönlichen Interessen und Hobbys auf die gleiche Wellenlänge locken..."
Wenn Klaus in dieser Sache zu führen beginnt, dann wird er selbst die Mittel wählen - und jeden Vorschlag eher als Bevormundung ablehnen.
Ciao
Wolfgang Horn
Hallo Wolfgang,
meine Beispiele waren nur dazu gedacht, die Fantasie etwas zu beflügeln - auch wenn wohl so mancher über die unkonventionellen Methoden schmunzeln musste. Manchmal ist es einfacher als man denkt, Leute auf seine Seite zu ziehen und ein positives Klima zu schaffen.
Natürlich kann keiner Klaus vorschreiben, welche erfolgversprechenden Mittel er wählen sollte. Das muss er schon selbst mit Hilfe seiner eigenen Empathie herausfinden. Die Anwendung technokratischer Methoden (wie zum Beispiel "der Brechstange") wird kaum zum Erfolg führen.
Klaus wird auch kaum Zeit haben, auf eine Besserung der Führungskultur und auf die damit möglicherweise einhergehende Öffnung der Mitarbeiter zu warten. In der Zwischenzeit regnet es bei vielen Unternehmen ehr aufwärts und der neue MA wird als Versager abgestempelt.
Ich höre jetzt mit der Kaffeesatzleserei auf. Sie wird unter den gegebenen Voraussetzungen zu keinem konkreten Ziel/Ergebnis führen und nach Philosophiererei steht mir gerade nicht der Sinn.
Schöne Woche noch
Vivian
Hallo,
eine Möglichkeit ist noch offen - Klaus spricht mit einer Vertrauensperson/Freund (hier Peter) von Hans über die Situation und bitte um Hilfe. Peter legt dann ein gutes Wort für Klaus ein. Klaus erhält einige, noch unbekannte Hintergründe, über Hans von Peter und kann dann auch gezielter wunde Punkte umschiffen. Hans fühlt sich von Klaus verstanden und Peter erklärt Hans, dass Klaus ein ganz Lieber ist, aber leider sozial noch nicht mit den Sitten der Alteingesessen vertraut ist und dass er (Hans) Klaus helfen sollte und dass die da Oben nichts erfahren und .. und ...
PS.
Und ich besteche mit Keksen - Vorteile ständige Verfügbarkeit / kurze Wiederbeschaffungszeiten / kleine Portionsgrößen, damit auch für figurbetonte Kollegen/-innen geeignet.
Grüsse mfunk
Sie koennen erst dann neue Ufer entdecken,
wenn Sie den Mut haben, die Küste aus den Augen zu verlieren.
<chinesische Weisheit>
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