Hallo zusammen,ich stehe mit meinem Unternehmen davor den Prozess der Entwicklung zu implementieren.
Das Unternehmen ist ein Kleinbetrieb von 11 Personen. Für die Darstellung der Prozesse haben wir uns für die ?klassischen? Ablaufdiagramme entschieden. Durch einen personellen Neuzugang (ein Dipl.-Ing.), der die Entwicklung verantwortlich leitet, gibt es nun Differenzen in der Darstellung und der damit verbundenen Prozesstransparenz.
Die mir vorgelegte Darstellung sieht verschiedenste ?(Entwicklungs-) Projektphasen? vor.
Angefangen bei der Initialisierung bis hin zur Vorserie. Auf die Frage, ob es nicht möglich sei diese ?Phasen? auch als Organigramm darzustellen (es sind zurzeit nur Kästchen), wollte man mir erklären, dass die Komplexität diese nicht zulassen.
Für mich ich diese Aussage absurd, da selbst komplexe EDV-Programme in Ablaufdiagrammen dargestellt werden. Weiterhin gelingt es mir nicht, die normativ geforderten Elemente innerhalb seines Diagramms darzustellen.
Nun zu meinen Fragen:
1) Habt Ihr ähnliche Fälle schon einmal gehabt und wie seid Ihr zu einer Lösung gekommen?
2) In wieweit muss ich mich als QMB mit meinen Vorstellungen zurücknehmen?
Vielen Dank für Eure Antworten.
Tristan
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Antworten:
hallo Tristan,
zunächst willkommen im Club.
"Auf die Frage, ob es nicht möglich sei diese ?Phasen? auch als Organigramm darzustellen (es sind zurzeit nur Kästchen)"
Vielleich steh ich ja nur auf der Leitung, aber wo ist da für dich der Unterschied?
Gruß
Evereve99
"Organisation?" schrie Ford. "Organisation? Was für eine restlos bekloppte Bezeichnung für einen Laden wie den hier!"
Douglas Adams
Hi Evereve99,
mit den Kästchen ist eine Reihenfolge (von links nach rechts) gemeint, die wie folgt aussieht:
Initialisierung==>Voruntersuchung==>Entwicklung==>Technikum==>Vorserie
Hier werden, im Gegensatz zum Ablaufdiagramm, keine Teilaufgaben bzw. Entscheidungen transparent dargestellt. Und gerade diese einzelnen Punkte führen zu einer Transparenz. Mit anderen Worten, mir fehlt in einer solchen Darstellung einfach eine detailierte Beschreibung der Vorgänge.
Grüße Tristan
Ok,
jetzt wird es klarer.
Die von dir beschriebenen Schritte würden bei mir eine VA Entwicklung werden.
Jeder einzelne Schritt sollte dann in einer separaten (Arbeits-)Anweisung eingehender beschrieben werden (Wer macht was wann wie mit Hilfe womit).
Sonst wäre mir die Doku ein bissle dünn, wenn ich dich richtig verstehe.
Gruß
Evereve99
"Organisation?" schrie Ford. "Organisation? Was für eine restlos bekloppte Bezeichnung für einen Laden wie den hier!"
Douglas Adams
Hallo Trsitan!
Denke aber bitte bei allen Beschreibungen daran, das ihr auch alles Nachweisen müsst, was ihr festlegt. Das kann böse ins Auge gehen.
Gruß
Michael
Hi,
genau das möchte ich ja verhindern. Eine unzählige Ansammlung von Verfahrensweisungen für die einzelnen Phasen. Bisher haben wir den "Minimalismus" gepflegt, so dass wir auf verbale Ergüsse verzichten konnten. Diesen würde ich gerne beibehalten und sehe die Ablaufdiagramme da als probates Mittel. Ebenso bei den Arbeitsanweisungen, bei nur zwei Personen in dem Bereich halte ich die für überflüssig.
Wie so oft geht es natürlich nie nur um die Sache. Eine ?triviale? Darstellung unserer Entwicklung, würde die ein oder andere Weltanschauung zum wanken bringen. :-))
Somit bleibt noch die Frage zu klären, in weit ich mich zurück nehmen/ halten muss.
Ich verstehe meine Aufgabe als QMB nicht so, dass ich den Prozessverantwortlichen vorschreibe wie komplex oder weniger komplex seine Abläufe zu sein sind.
Andererseits möchte ich mir die Arbeit ersparen, die durch evtl. aufbauschen für mich abfällt.
Wie weit würdest Du meinen Part bei der Umsetzung sehen?
Tschö Tristan
Hallo Tristan,
Prozess-Transparenz klingt gut und anschauliche Diagramme sind immer hilfreich. Allerdings habe ich auch schon schön ausgearbeitete Prozess-Abläufe gesehen, die durch zu viel Detaillierung fürchterlich unübersichtlich waren.
Die Fragen, die sich mir stellen sind:
*Was haben die beiden Mitarbeiter von einer detaillierteren Darstellung?
*Was hat Eure Firma von einer detaillierteren Darstellung?
Im Moment klingt es so, als sähen die beiden Entwickler keinen Grund, wie so etwas helfen könnte. Damit hast Du eine hervorragende Chance, totes Papier vollzukritzeln. Natürlich *kann* man auch sehr komplexe Prozesse darstellen, das ist klar. Die Frage ist, was es bringt.
Womit ich zur zweiten Frage komme: Was bringt es Deiner Firma? Kann z. B. bei krankheitsbedingtem Ausfall durch eine detailliertere Beschreibung ein Kollege die Arbeit des Entwicklers übernehmen? Kann sich durch eine detailliertere Beschreibung ein neuer Mitarbeiter besser in den Entwicklungsprozess einarbeiten?
Wenn Du es schaffst, die Entwickler davon zu überzeugen, dass sie sich selbst die Arbeit erleichtern und dass der Firmennutzen für so eine Darstellung vorhanden ist, dann ist das gut. Ansonsten lass den etwas abstrakten Entwicklungsprozess so, wie er ist.
Das Gezanke darüber, wie viel Voodoo-Entwicklungsrauch verschwinden muss, ist imho Zeit- und Energieverschwendung, wenn nicht am Ende ein wirklicher Gewinn für die Mitarbeiter und die Firma steht.
Viele Grüße
Barbara
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Ich fühle, dass Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen.
(Charles Dickens, Schriftsteller)
Hallo Michael,
Zitat:
"...das ihr auch alles Nachweisen müsst,..."
kannst Du mir das bitte näher beschreiben.
Gruß Tristan
Servus Babara,
zu Deinen Fragen
"Was haben die beiden Mitarbeiter von einer detaillierteren Darstellung?" und
"Was hat Eure Firma von einer detaillierteren Darstellung?"
möchte ich fragend ergänzend, wer versteht was unter dem Begriff detaillierter Beschreibung?
Mein Ziel ist weniger einen abteilungsfremden Mitarbeiter mit Hilfe von VA und AW zu einem guten ?Entwickler? zu verhelfen, sondern anhand einer grafischen Darstellung die Erfüllung der Norm zu dokumentieren (Minimal Ziel). Wenn ich den Prozess in nur 5 Phasen unterteile (so wie mir vorgelegt), ohne jegliche beschreibenden Ergänzungen, ist doch die Frage latent ? und wo bitte schön werden die Normpunkte erfüllt?
Und die Frage die sich dann stellt ist ja, schreiben oder grafisch darstellen?
Schöne Grüße
Tristan
Hallo Tristan,
Du siehst mich ein wenig verwirrt. Welche Norm und welche Normpunkte meinst Du genau?
Viele Grüße
Barbara
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Ich fühle, dass Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen.
(Charles Dickens, Schriftsteller)
Hallo!
Nachweisen: Bei einem Ü Audit oder Kundenbesuch / Audit, besteht hier die Möglichkeit, das der Kunde / Auditor zur jedem festgelegtem Arbeitsschritt was sehen möchte. Wenn ihr den Prozess so beschreibt, das alle damit Leben können, besteht die Möglichkeit das einer dieser Leute Verbesserungsvorschläge macht, die ihr dan evtl. umsetzen könnt. Habt ihr mehr wie beschrieben, auch gut, dann erfolgt ebenfalls ein Verbesseerungsvorschlag das doch auch festzulegen. Habt ihr was festgelegt, aber haltet euch nicht daran, gibt es Kritik und Abweichungen. Die kann man mit einer relativ geschickten Prozessbeschreibung von vornherein ausschließen.
Gruß
Michael
Hi Babara,
Tagesziel erreicht, Mitmenschen verwirrt! :-))
Aber ein Beispiel zur Verdeutlichung:
In der Norm wird gefordert, dass die Anforderungen an das Produkt ermittelt und freigeben werden. Nun müssen diese Aspekte ja in der Prozessbeschreibung auftauchen. In einer unkommentierten Darstellung einiger Kästchen, mit den Bezeichnungen ?Initialisierung? oder ?Voruntersuchung?, geht nicht hervor, dass man diese Normpunkte erfüllt oder wo man sie erfüllt. Hier muss also ergänzend VA`s geschrieben werden.
?Im Rahmen der Initialisierung werden die Anforderungen von???
Mir geht es darum, diese Schritte innerhalb eines Ablaufdiagramms darzustellen.
Somit bleibt es übersichtlich und man erspart sich das lesen und erstellen von VA`s.
Meine Version:
Anforderungen ermittelt?
Ja/ Nein
Anforderungen von Kunden
Freigegeben
Ja/ Nein
Mal losgelöst von der Vorteilhaftigkeit oder Unvorteilhaftigkeit einer gewissen Darstellungsform, halte ich ein hin und her springen für verwirrend. Da wir bisher Ablaufdiagramme verwendet haben, würde ich gerne diese Form beibehalten.
Gruß
Tristan
Hallo Tristan,
kannst Du mir bitte diese Frage beantworten:
Welche Norm und welche Normpunkte meinst Du?
Danke!
Viele Grüße
Barbara
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Ich fühle, dass Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen.
(Charles Dickens, Schriftsteller)
Nochmal ich,
jetzt bin ich auch wieder ein bisschen mehr verwirrt.
Es liest sich für mich so, dass VA für dich zwingend Fließtext bedeutet.
Was spricht denn dagegen eine VA in Form eines Ablaufdiagramms zu erstellen?
Du wählst die Darstellungsform, die euch zweckmässig und angemessen erscheint, sei es Text, Diagramm oder Foto.
Wer soll dir da dreinreden?
Gruß
Evereve99
"Organisation?" schrie Ford. "Organisation? Was für eine restlos bekloppte Bezeichnung für einen Laden wie den hier!"
Douglas Adams
Hi, Tristan,
ich danke Deinem Unterbewußtsein für seine Diagnose, die es in Deinen Beitrag geschoben hat....
Du: "Durch einen personellen Neuzugang (ein Dipl.-Ing.), der die Entwicklung verantwortlich leitet, gibt es nun Differenzen"
Diese "Differenzen" sind nach diesen paar Worten unvermeidbar und können große Schäden für Euch verursachen.
Diese Differenzen halte ich für einen Stellvertreterkrieg. In Wirklichkeit geht es um die Frage: "Wer hat die Autorität in der Entwicklung?"
Wenn Ihr eine Person als Leiter Entwicklung einstellt, dann signalisiert Ihr ihm und der ganzen Firma damit, Euer Vertrauen in sein Können.
Indem Ihr ihm dann die Federführung aus der Hand nehmt in seinem wichtisten Prozeß, dann stürzt Ihr Ihn - und das ganze Unternehmen in einen Widerspruch.
Folgerung: Wenn ich richtig interpretiert habe, dann ist die Form der Darstellung völlig nebensächlich.
Sondern dann gebt ihm die Federführung für diesen Prozeß. Beratet ihn, klar. Das Qualitätsmanagement achtet auf die Qualität.
Aber gebt ihm die Gelegenheit, die Grundlagen seiner Arbeit selbst zu definieren.
Sollte ich falsch interpretiert haben, bitte streichen.
Allgemeingültig: Wenn Du einen gelebten Entwicklungsprozeß haben willst (im Gegensatz zu "verstaubend"), dann leg an dies gewünschte Ergebnis doch mal die FMEA an - was alles könnte dies Ergebnis verhageln.
Insbesonder in Hinblick auf "Vertrauen und fachlicher Respekt" der Mitarbeiter in ihren Leiter Entwicklung.
Ciao
Wolfgang Horn
geändert von - Uhu on 22/01/2008 15:45:05
Hi Babara,
ISO 9001 : 2000, Punkt 7.2
Grüße
Tristan
Hallo zusammen,
lasst mir bitte Zeit zum schreiben? ich bin alleine gegen Euch alle ;-)
@Wolfgang Horn
Deine Analyse ist schon ein Stück weit richtig. Ich schrieb ja schon, dass es um mehr geht als die Sache (Leider). Gerne gebe ich jemanden freie Hand in der Gestaltung seiner Arbeit/ Prozesse und bin der letzte der sich aufdrängt. Nur wenn ich meiner Aufgabe nachkomme und Empfehlungen gebe, dass die Darstellung uns bei der Auditierung Probleme bereitet, erwarte ich natürlich Kooperation.
@Babara
Zitat:
?Was spricht denn dagegen eine VA in Form eines Ablaufdiagramms zu erstellen??
Das ist es ja gerade was ich gerne möchte. Ich möchte den Prozess in einem Ablaufdigramm darstellen. Ich bekomme nur zu hören, dass sei zu komplex um es in diese Form darzustellen.
Zitat:
?Wer soll dir da dreinreden??
Der Prozessverantwortliche? Das ist ja meine zweite Frage gewesen, wie weit muss ich mich zurückhalten.
Grüße an Euch
Tristan
Hallo Tristan,
was spricht dagegen, den Entwicklungsprozeß als [url="http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfallmodell"]Wasserfall-[/url]
oder [url="http://de.wikipedia.org/wiki/V-Modell"]V-[/url] Modell zu modellieren mit definierten Entscheidungs- bzw. Review-Punkten?
Du bekämst deine Papiere und Unterlagen fürs QM, und der Entwickler hat alle inhaltliche Freiheit, die er braucht..?
mfg
Rainaari
Edit: URL angepasst. Sorry Barbara, mußte erst die Syntax nachgucken ,)
geändert von - Rainaari on 22/01/2008 16:51:19
@Rainaari: Machst Du bitte noch Anführungszeichen vor und nach dem Link? Danke :-) (Endlich mal jemand, der diese Art des Verlinkens benutzt!)
[url="http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfallmodell"]Wasserfall-[/url]
oder [url="http://de.wikipedia.org/wiki/V-Modell"]V-[/url] Modell
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Ich fühle, dass Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen.
(Charles Dickens, Schriftsteller)
Nochmal ich:
@Tristan: Bin nicht Barbara, macht aber nix ;-))
Wenn er die Diagrammdarstellung nicht wünscht, was sind dann seine Vorstellungen (über die weiter oben von dir beschriebenen 4, 5 Schritte hinaus)?
@Barbara: Ich würd links ja auch so darstellen, habe die Erklärung dazu allerdings nicht ansatzweise verstanden (Prozess nicht gut beschrieben?) :-(((
Gruß
Evereve99
"Organisation?" schrie Ford. "Organisation? Was für eine restlos bekloppte Bezeichnung für einen Laden wie den hier!"
Douglas Adams
@evereve und alle anderen, die hier Links setzen möchten:
(Die Leerzeichen müssen aus den eckigen Klammern weg, nur könntest Du sonst nicht sehen, wie die Syntax aussieht):
Link ohne Schlagwort:
http://www.quality-management.com/forum
Link mit Schlagwort "QM-Forum":
[ url= "http://www.quality-management.com/forum" ]QM-Forum[ /url]
und schon sieht der geneigte Leser nicht mehr den (manchmal schäbbigen) langen Link, sondern das Schlagwort "QM-Forum":
[url="http://www.quality-management.com/forum"]QM-Forum[/url]
Das steht auch im [url="http://www.quality-management.com/forum/faq.asp#hyperlink"]FAQ-[/url]Bereich noch mal erklärt.
Wenn Du eine Vorlage brauchst, antworte einfach auf diesen Beitrag. Dann siehst Du die Syntax noch mal.
Viele Grüße
Barbara
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(Charles Dickens, Schriftsteller)
So, also zuerst
@evereve99:
Entschuldigung für die Verwechselung, dass kommt davon, wenn man allen eine schnelle Antwort geben möchte. Ich gelobe Besserung.
@Rainaari:
Das genannte ?Wasserfall"-Modell ist ähnlich der grafischen Darstellung, die mir vorliegt. Wenn man davon absieht, dass diese Darstellung nicht unserem Standard entspricht, kann ich damit grundsätzlich leben, aber.
Die in dem Wasserfall-Modell dargestellten Phasen bedürfen ja einer genaueren Beschreibung. Was erfolgt z. B. in der Phase ?Initialisierung". Erfolgt da nur die Aufnahme der Anforderungen oder wird da schon eine Plausibilitätsprüfung durchgeführt? Um diese Details nun ?transparent" darzustellen (in einem angemessenen Rahmen) müsste bei dieser Variante für jede Phase eine VA erstellt werden (schriftlich oder grafisch). Das ist aber ein größerer Aufwand, als den Prozess von vornherein als Ablaufdiagramm mit ein paar mehr Details wie z.B. allen relevanten Entscheidungspunkten darzustellen.
@evereve99:
Die angeführte Argumentation war die, dass die Darstellung durch ein Ablaufdiagramm die notwendige Flexibilität nicht berücksichtigen würde. Man wolle sich in kein starres Korsett drücken lassen, schließlich kann es in den verschiedenen Phasen zu Ereignissen kommen, wo durch zurück in eine vorherige oder sogar in die erste Phase gesprungen werden muss. Diese liese sich nicht in einem Diagramm darstellen.
Schöne Grüße
Tristan
Hallo Tristan,
erstmal grundsätzlich: Die 9001 ist deshalb so wenig spezifisch formuliert, damit jedes Unternehmen sie für seine Bedürfnisse und Anforderungen umsetzen kann. Genau deshalb gibt es auch keine Pflicht, eine bestimmte Art der Darstellung oder Detaillierung zu verwenden.
Das Entscheidungskriterium für die 9001 ist GMV (Gesunder MenschenVerstand): Was dem Unternehmen nützt, ist sinnvoll. Alles andere kann weg und sollte weggelassen werden, um die Prozesse nicht zu überregeln und um zu vermeiden, die Mitarbeiter mit einem Dokumentationswust zu überziehen (wodurch die Akzeptanz des QM im Unternehmen nachhaltig leidet).
Also komme ich noch mal zu den beiden oben gestellten Fragen zurück:
*Was bringt eine detailliertere Beschreibung den Mitarbeitern?
*Was bringt eine detailliertere Beschreibung dem Unternehmen?
Es könnte z. B. sein, dass Ihr in der Vergangenheit festgestellt habt, dass der Entwicklungsprozess deshalb nicht sauber läuft, weil viele Schleifen gedreht werden.
Eine mögliche Ursache für diese Schleifen könnte sein, dass bestimmte Punkte vergessen wurden. An dieser Stelle würde eine Checkliste helfen, mit der sich die Mitarbeiter orientieren können, ob sie alle Punkte eines Prozess-Schrittes abgearbeitet haben.
Wenn der Entwicklungs-Prozess allerdings deshalb ein Schleifen-Paradies ist, weil die Anforderungen an die Entwickler spontan während der Entwicklung geändert werden, dann bringt eine detailliertere Beschreibung mal so gar nichts außer totem Papier und genervten Entwicklern. Beispiele für Änderungen sind: Der Kunde hätte gerne noch eine Kirsche auf dem Kuchen, nachdem die Entwicklung angelaufen ist. Die GF in Eurem Unternehmen ändert während der Entwicklung die Rahmenbedingungen ("Wir nehmen jetzt nur noch Lieferanten Müller, auch wenn ihr Teile von Meier verbauen wollt.") Und/oder es gibt lokale Optimierungs-Vorgaben, die mit den Entwicklungs-Zielen kollidieren, z. B. weil der Einkauf durch neue Abteilungsziele die teuren Bauteile nicht mehr einkauft, die die Entwicklung eingeplant hatte.
Und mein GMV hält die zweite Begründung für Schleifen (externe Änderungen) für sehr viel wahrscheinlicher als die erste (Punkte vergessen), selbst wenn ich Euer Unternehmen nicht kenne.
In so einer Situation hast Du genervte Entwickler, die immer wieder in ihrem Prozess gestört werden und eigentlich nur gute Arbeit machen wollen. Wenn Du denen jetzt mit detaillierten Checklisten oder Arbeitsanweisungen kommst, dann haben sie natürlich das Gefühl, dass das Alles eine zusätzliche Belastung ist, die kein Mensch braucht. Und sie schon gar nicht.
Viele Grüße
Barbara
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Ich fühle, dass Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen.
(Charles Dickens, Schriftsteller)
Hallo Tristan,
also in deinem Fall mit nur 11 Leuten würde ich weiter auf eine kleine Doku achten und nicht unnötig das Ganze aufbauschen.
Es hört sich so an, als ob du einfach noch ein paar Gespräche mit den Kollegen führen müsstest, bis ihr auf einen Nenner kommt.
Meiner Meinung nach müsste sich auch komplexe Probleme mit dem Ablaufdiagramm darstellen lassen. (kommt dann aber darauf an, ob es so kompliziert wird, dass es keiner mehr lesen und verstehen kann).
@ Barbara
das mit der verschönten Verlinkung sieht gut aus. Ein früherer Hinweis hätte hier sicher schon so manchen Thread gekürzt :-)
Gruß msb
wer die Wahrheit sucht, wird sie finden
PS: mal sehen, ob ich das hinbekomme mit der Verlinkung; dann kann man nämlich für Neueinsteiger elegant auf den [url="http://www.quality-management.com/forum/search.asp"]Suche-Knopf[/url] verweisen.
geändert von - msb on 23/01/2008 08:14:39
Hallo Tristan,
Du musst nicht alles beschreiben, was in den "Kästchen" so gemacht werden muss, ist viel zu kompliziert. Lass Dir beschreiben, was das Ergebnis jedes Entwicklungsschritts sein soll (Lastenheft, Pflichtenheft, Funktionsmodell usw.) und gut.
Gruss,
medi
Hallo zusammen,
vorab ein Dankeschön für die rege Teilnahme! Klasse
Um vielleicht noch mal auf die Ansprüche meiner GF zu sprechen zu kommen. Die Einführung der Entwicklung sollte einfach und mit wenig Aufwand realisiert werden.
Heißt, wir arbeiten auf einem Low-Level und das Ziel ist lediglich die Zertifizierung.
Hört sich komisch an, ist aber so. (Zitat: Peter Lustig, Pusteblume/ Löwenzahn) :-))
Da mir also der Rücken von der GF ?gestärkt? wird, werden die Beschreibungen immer kurz und knapp gehalten. Somit geht es halt nur um die normativ geforderten Punkt wie z.B. Anforderungen ermitteln, Freigaben einholen. Diese Punkte müssen aus der Prozessdarstellung doch hervor gehen, oder?
Grüße Tristan
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