Hallo Leute,aus gegebenem Anlaß, für interne Auditoren oder solche die es werden wollen.
Was erlebt ihr ?
Wie geht ihr mit Nackenschlägen um ?
Ich fang mal an ;-)
Vorinfo:
Audittermin steht seit über 6 Monaten fest.
Der Termin wurde von der betreffenden Abteilung akzeptiert.
Ein gut gelaunter Auditor, voller Tatendrang (ich), betritt das Büro dieser Abteilung um das Audit zu starten.
Kein Ansprechpartner (hat Urlaub, oder Freischicht oder ist auf Schulung). So genau weiß das keiner.
Was man weiß. Es gibt keine Stellvertreterregelung und es wäre auch niemand bereit, das Audit zu begleiten.
Neugierig geworden, gehe ich ein Büro weiter zum Abteilungsleiter.
Auf die Frage, wie das Audit nun stattfinden solle, folgende Antwort:
"Was fragst Du mich ? Lass mich in Ruhe mit dem Mist. Verschieb's auf irgendwann."
Gespräch beendet.
Mein Tatendrang ist aufs erste eingebremst.
(Aussage QM-Leiter: "Na, daraus können wir ihm ja keinen Strick drehen")
Ich geh jetzt erstmal einen Kaffee trinken....obwohl 1-5 Bier wären mir fast lieber ;-)
Gruß
Harald
Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.
Antworten:
Kenn ich nur allzu gut.
Viel machen kann man da nicht, ich tu sowas immer wenn die gerade mal da sind und lege deswegen keine Termine fest..manchmal haben die Leute eben keine Zeit, besonders dann wenn Aufträge drücken.
Wenn sie aber keine Lust haben ist das was anderes, eine Mitteilung an die GF kann da vielleicht helfen.
Bei Zertifizierungsaudits, also durch externen Auditor, besteht bei uns ne Urlaubssperre, sollte kein Stellvertreter greifbar sein..ist aber immer alles glatt gegangen.
Hallo
Nun, das ist schon ein extremes Beispiel, aber ich denke so, oder in einer abgemilderten Form haben viele ihre Erfahrungen gemacht. Ich "erinnere" ca. 8 Tage davor meine Ansprechpartner durch eine e-mail an den Termin. Bei Missachtung geht ein Bericht an die Geschäftsleitung, die mich allerdings sehr gut unterstützt.
Lothar
Jau,
sch**** und deprimierend. Wenn der Abteilungsleiter schon nicht will werden seine Mitarbeiter unter Umständen ins gleiche Horn blasen.
Wie bei so vielen Dingen muss das von oben nach unten gelebt werden, sonst funktioniert es nicht.
Du hast ja einen Vorteil : Du bist nicht Chef ;-> Schick deinen Boss los der soll das Problem lösen...und sich mit dem Abteilungsleiter auseinandersetzen.
Ralf
Man muss sich da so ein kleines LMAA-Gefühl aneignen.
So nach dem Motto "Ich hab ihnen gesagt, was ich brauche und sehen will, krieg ich das nicht, mir auch egal, können Sie mit der GF ausdiskutieren"- fertig aus.
Ich mache mir da keine Gedanken mehr. Solange ich meine Arbeit mache, ists ok. Ziehen die anderen nicht mit, nicht mein Problem.
Hier ist wohl etwas schief gelaufen?
[quote]
Hier ist wohl etwas schief gelaufen?
Meinste ?
;-D
Ich lass mir deswegen keine grauen Haare wachsen.
Gemäß meiner ERA-Stellenbeschreibung stehen mir weitere Schritte eh nicht zu.
Mein Chef will sich darum kümmern.
Das wird schon.
Ich dachte nur ein paar Anekdoten aus eurem Auditfundus würden (mich) etwas aufmuntern.
[/quote]
Gruß
Harald
Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.
Kennste den schon:
"Auf diesem Dokument steht ISO 9001 drauf...das muss das Qualitätswesen ausfüllen!"
:-)
Ganz einfach:
schreib nen Auditbericht, schick ihn an den Bereichsleiter..
OKOK..ich weiß..nicht selbstmörder spielen..:-)
aber irgendwie muss erziehung stattfinden..
seit jahren gibt es bei uns einen festen besprechungstermin wöchentlich den ich vorbereiten muss, zu 50% wird er jedoch verschoben, wegen dies und das...man könnt ko***
Anekdoten: Hab gestern erfahren, dass unser GF sich einen Auslandstermin am von ihm akzeptierten Zerttermin gelegt hat.. hipp hipp..
Wie war das? www.new-job.de????
Viele Grüße,
Chris
Sapere aude! Kant den schon jemand? :-)
Hallo Harald!
Qualität kommt von Qual!
Ich bevorzuge rechtzeitig Audits zu planen und handle die Termine mit denjenigen dann aus, die ich dazu brauche.
Eine Kopie des Auditplanes bekommt die GF vorab zur Unterschrift und Kenntisnahme.
Klar, kommt vor dass Termine verlegt werden müssen. Aber immer nur einmal!
PS: hast Du schon mal engagierte Q-ler gesehen, welche nicht ergraut sind ?!?
Gute Zeit!
Qualyman - Qualitäter aus Überzeugung und Leidenschaft, auch wenn´s mal Leiden schafft!
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Bei uns hat sich als Insiderwitz das Formblatt nach DIN 476 durchgesetzt... ;)
gruß, Rainaari
Hallo Rainaari,
ohne jetzt bei Beuth nachschauen zu wollen, Hygieneartikel aus Kautschuk?
Hallo Harald,
prima, hier hast du doch schon die ersten Abweichungen, ohne dass es zum Audit kam.
"Hat die Organisation Verantwortung und Befugnisse festgelegt?"
Gruß
Evereve99
"Organisation?" schrie Ford. "Organisation? Was für eine restlos bekloppte Bezeichnung für einen Laden wie den hier!"
Douglas Adams
Moin,
aaaalsoooo...
Auditor... ist das net ein irrer Audi - Fahrer?
Und der Lead - Auditor... irrer Fahrer eines aus Blei gefertigten Autos??
Anyway... Qualyman.. nicht alle ergrauen... andere verlieren direkt die Haare.....
Ich erwäge mittlerweile die Norm bei Verstößen abschreiben zu lassen... die Unterstützung meines Werftleiters hab ich... er weiß nur net dass ich das in altgotisch haben will.....
Dino
Dino,
trag`s mit Fassung, denn:
"Frühzeitiger Haarausfall beugt Schuppen und hässlicher Scheitelbildung vor!"
Hanswilhelm Haefs, Handbuch des nutzlosen Wissens, Band I
Gruß
Evereve99
"Organisation?" schrie Ford. "Organisation? Was für eine restlos bekloppte Bezeichnung für einen Laden wie den hier!"
Douglas Adams
Hallo evereve99,
nein, du meinst vermutlich die DIN EN 600 bzw. DIN EN ISO 4074. Ich meinte eher Zellulosebasierte WORM (in seltenen Fällen auch RW-)Speicher.
gruß, Rainaari
Hachja...
und noch ein Guter (passiert vor ca. 2 Jahren.)
Auditor:
Seltsame AAW das hier.
QM-Leiter, nachdem er seine Unterschrift im Genehmigungsfeld sah:
Hmmm....kann mich garnicht erinnern, sowas genehmigt zu haben.
Schichtleiter:
Haben sie auch nicht.
QM-Leiter:
???????
Schichtleiter (mit Unschuldsmiene):
Ihre Unterschrift ist relativ leicht zu fälschen.
QM-Leiter und Auditor:
sprachlos
Gruß
Harald
Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.
Hallo Kollegen,
kennt ihr den schon aus dem Auditleben?
internes Audit direkt beim Beginn:
Antwort vom Schichtführer:
ISO 9001. . . , hab ich doch eh nix mit zu tun, das macht nur ihr von der QS-, was wollt ihr also jetzt von mir???
Gruß aus dem Süden
iso-män
Wir sind die Leute vor denen uns unsere Eltern immmer gewarnt haben.
Hi, Harald,
was wundert Dich das?
Die Mißgeburt "Auditwesen" ist heute bereits in der Sterbephase.
Zum konkreten Fall. Du beschreibst ein Symptom. Mit "kein Ansprechpartner" und "was fragst du mich!" beschreibst Du Indizien für einen tabuisierten Konflikt, unter den Teppich geschoben.
Ein Anfänger hätte vielleicht gebohrt, den Vulkan unter dem Teppich freigelegt und wäre vom Ausbruch vielleicht hinweg gefegt worden.
Das sind alles Symptome für einen Primärkonflikt. Der verursacht Stellverteterkonflikte, wie der Kalte Krieg zwischen den Supermächten Stellvertrieterjkluge rund um den Globus zündete und nährte.
Besondere Eigenschaft von Sekundärkonflikten: Sie sind grundsätzlich unslösbar, solange der Primärkonflikt noch schwelt.
Deshalb: Entweder heldenhaft den Primärkonflikt angehen oder feige vom Opportunismus profitieren.
Wenn Du ersteres machen willst: In diesem Unternehmen wird es eine Person geben, die diese Audits mal angeregt hat. Gibt's die noch? Zumindest ein Nachfolger.
Kläre mit ihm die Situation. Was das alles bisher gebracht hat. Was er vorhat. Was die beste Lösung ist.
Mir fällt gerade ein Witz aus aus Schilda ein.
Vom faulen Bäckermeister.
Der wollte wohl das Qualitätssiegel, hatte aber keine Lust, seine Lehrlinge und Gesellen zu erziehen.
Deshalb beauftragte er einen Auditor, der möge sie abfragen und einen Bericht schreiben.
Toll, er bekam das Siegel. Mit Auflagen natürlich.
Die erkannten Mängel abzustellen, dazu hatte der faule Bäckermeister allerdings auch keine Lust.
Und der Auditor hatte nicht die Befugnis, unartige und aufsässige Gesellen zu bestrafen.
So blieben die Mängel und vermehrten sich noch.
Unklar blieb die Dunkelziffer, weil die Gesellen immer gewitzter wurden im Tarnen und Täuschen. Ach ja, sie fälschten sogar Arbeitsanweisungen...
Um die Zahlung des Honorars kam der faule Bäckermeister aber nicht herum.
Eo fragte er sich, als das nächste Audit anstand: "Das Qualitätssiegel habe ich. die Audits haben nur Ärger und Kosten gebracht. Wozu für das Folgeaudit jetzt noch mal Arbeitszeit investieren und ein Honorar?
Ist das Fehlkonstrukt in diesem Auditwesen nicht jedem klar, der noch so geradeaus denken kann wie ein Dreikäsehoch und Naturbursche?
Das Eriehen der Mitarbeiter ist nun mal Sache des Bosses, da kann ihn ein Auditor nur unterstützen - aber strafen und Vorbild sein, darum kommt der Boß nicht herum!
Wenn er hereinfällt auf die Suggestion "Qualität durch Auditierung", dann hat er selber Schuld, wenn ihm heute schon die Gesellen auf der Nase herum tanzen, Qualität und Produktivität abstürzen und übermorgen der Konmkursverwalter kommt.
Ciao
Wolfgang Horn
[quote]
Hi, Harald,
Deshalb: Entweder heldenhaft den Primärkonflikt angehen oder feige vom Opportunismus profitieren.
Ciao
Wolfgang Horn
[/quote]
Moin Wolfgang,
die Liste derer, die in unserer Firma abgestraft wurden wegen heldenhaftem Bekämpfen von Primärkonflikten ist lang.
Ich gehöre auch dazu.
Auf die aktuelle Situation gesehen, gibt es auch nur diese eine Abteilung, die sich audit- bzw. erkenntnisresistent zeigt.
Alle anderen habe ich schon "assimiliert" ;-)
Ob ich das in dieser Abteilung auch noch schaffe ?
Keine Ahnung.
Jedenfalls hab ich keine Lust (mehr) als
Firmen-Don Quichote aufs Rad geflochten zu werden.
Ich versuchs mit einer Mischung aus ruhiger Hand und stetem Tropfen.
Gruß
Harald
Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.
geändert von - Harald E on 26/09/2007 08:46:50
Hallo zusammen!
Für mich hat so was schon nicht mehr mit Primär- und Sekundärkonflikten zu tun, sondern einfach mit der Abwesenheit jeglicher Manieren. Ich fluche ja oft über unseren Laden und halte unser Auditwesen mangels Aufsicht von ganz oben auch für nicht sehr effektiv. Aber so was tut hier keiner einem Kollegen an. Und wenn er es täte, wäre er bald wieder draußen!
Viel Glück, Harald!
Frank
OhOh,
meistens werden nur Tote zu Helden (ver)erklärt...
Vieles ist eine Frage der Betriebskultur. Ich habe öfter Franzosen hier, da ja - wenn es um Automotive Forderunegn geht - im Moment die besseren Deutschen sind (Bürokratie und Papier hoch 3). Aber sie sprechen immer wieder von der Kultur im Betrieb - wie es vorgelebt wird und an die Mitarbeiter weitergegeben wird. Und ich denke das ist der entscheidende Punkt.
Ralf
[quote]
Bei uns hat sich als Insiderwitz das Formblatt nach DIN 476 durchgesetzt... ;)
gruß, Rainaari
[/quote]
Ich hoffe ja sehr, Du meinst die DIN EN ISO 216!!!
Schöne Grüße
Frank
"There's no problem too great for running away from it!" (Charlie Braun)
Hi, Ralf,
Du: "Aber sie sprechen immer wieder von der Kultur im Betrieb... - wie es vorgelebt wird...das ist der entscheidende Punkt."
Natürlich ist das DER wichtige Punkt. Weiß jeder Vater. Und jedes Kind, wenn es seinen Trotz überwunden hat.
?Kein Kluger denkt über Sachen nach, die sich unmöglich anders verhalten können, als sie es tun; oder bei denen er nichts verändern kann, wenn er handelt. (Aristoteles)
Machen. Tun. Das Machbare Tun, das Unmachbare Lassen. Deshalb ist das Reden und gar Klagen über Kultur pure Zeitverschwendung.
Wer kann denn überhaupt Erfolg haben im Tun? Wo sind die Grenzen, die man klugerweise nicht überschreitet?
Erfolg benötigt Können, Dürfen, Wollen, Tun und Glück.
?Eine intakte Unternehmenskultur ist fast ein Garant für hohe Gewinne.? (Peter F. Drucker)
"Mögen hätten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut" (Karl Valentin)
Mögen - das mag jeder Gesellschafter, jeder Geschäftsführer. Und auch jeder Arbeitnehmer, der an die Zukunft seines Einkommens denkt.
Was seit einiger Zeit fehlt, das ist das Können.
Reinhard K. Sprenger, sein "Mythos Motivation" wurde zum Bestseller, weil sehr viele Leser ihm zustimmten, die einst optimalen Führungs- und Motivationstechniken haben ihre Wirkung verloren. Die Beißzangen funktionieren nicht mehr.
"Die Kunst des Managements besteht ohnehin darin, mit weniger Wissen, als es die Mitarbeiter haben, diese zu führen." (Bernd Pischetsrieder)
Wo diese Weisheit wahr ist, wo sich die Mitarbeiter vom stumpfen Blech gewandelt haben zum klugen Quecksilber, da greifen die alten Beißzangen nicht mehr.
Dir als Qualitäter fehlt das Dürfen, wenn es um die Unternehmenskultur geht.
Aber Du kannst trotzdem etwas tun. Gar nicht für andere. Sondern für Dich selbst, allein in Deinem Verantwortungsbereich - und Dein Erfolg macht dann auch andere neidisch, sie erkennen, sie könnte das ja auch - und dann wollen sie auch.
Das Können, das vermittle ich. Das Dürfen hast Du bereits dort, wo Du sowieso tun darfst, was Du tun sollst, und sogar "nach Gefühl" tun darfst.
Und das Wollen dazu kommt mit der Erwartung des persönlichen Erfolgs.
Ich bin auf eine Idee gekommen.
Ich schick Dir was.
ciao
Wolfgang Horn
Hallo UHU,
wenn Du schon beim verschicken bist, könntest Du mein Postfach füllen.
Toll geschrieben, gefällt mir sehr gut.
Hallo Uhu!
Ich könnte stundenlang Deine Beiträge mit starkem Interesse lesen, immer wieder und auch gerne!
Deshalb, bitte, bitte, schicke mir auch was zu!
Kollegialer Dank dafür!
Gute Zeit!
Qualyman - Qualitäter aus Überzeugung und Leidenschaft, auch wenn´s mal Leiden schafft!
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moin liebe kollegen!
bevor das wieder in einen bettelthread ausartet ;) kommt hier eine offizielle anfrage:
lieber wolfgang,
wäre das etwas für q4u, so als unterlage für alle?
viele grüße
hacki
"das ist ein walversprechen. das muß man nicht halten!" käpt'n blaubär, der weiseste bär des universums
Hallo,
zum Thema Audit und was erlebt ihr da so....?
Beim letzten ext. Audit geht der int.Auditor mit dem ext. Auditor durch den Werkzeugbau.
Der Abt.Leiter steht an der Drehbank und dreht ein Teil.
Der ext.Auditor bleibt vorm Abt.Leiter stehen und schaut ihn an: "Wieso tragen Sie keine Schutzbrille?" -> "So ein Scheiß brauch ich nicht" -> "Und wenn Ihnen was ins Auge fliegt?" -> "Ich dreh schon seit 20 Jahren so, mir passiert das nicht" -> "Sie tragen ja auch keine Sicherheitsschuhe!" -> "Die drücken so..."
Folge: Abt.Leiter bekommt Rüffel von GF und wir ne schöne Abweichung vom ext.Auditor in Sachen Arbeitsschutz
Gruß: Mr.Idea
Hallo Vivian,
ich frage mich grade ob wir Kultur und Harmonie verwechseln !? Ich denke es geht ineinander über. Die Frage ist doch immer wie gehen wir miteinander um, sind wir bereit aufeinander einzugehen. Und, ganz entscheidend : Haben wir es gelernt ??!.
Nehmen wir den Abteilungsleiter von Mr. Idea - warum reagiert er so ?
Er fühlt sich in seiner Selbstbestimmtheit eingeschränkt - die Geschichte des starken Neandertalers der immer Boss war und sich auf einmal unterordnen, einordnen muss. Der Platzhirsch dessen Revier verletzt wird. Hier stellt sich die große Frage wie muss ich auf diesen Mann (Frau) zugehen um ihn auf meine Seite zu ziehen ohne das er es merkt ?
... ob das Geschwaffel am frühen Morgen einem hilft... vermutlich nicht, zu früh um klare Gedanken zu fassen.... Trinke erst mal meinen Tee aus ... geh dann in die Fertigung schimpfen :-Y
Ralf
vorab Kompliment an Uhu...toll geschrieben, das hätte auch gerne was von Dir im Postfach, wenn es nicht nach Q4U geht.....
aber zum Thema Kultur auch mal aus meiner Sicht etwas (seltener Schreiber, daher kurz zur Info: öffentlicher Dienst, ca. 700 MA)
vor meiner Zeit: tolle Hochglanzbroschüre namens "Leitbild" als "Richtschnur für unser Verhalten gegenüber Kunden und Mitarbeitenden", danach sogar noch hochwertige Banner hergestellt, die überall in der Verwaltung verteilt hängen....und nu? Hat sich dadurch was geändert? Nein..zurecht fragt mich der Mitarbeiter, warum soll ich mich dran halten, wenn es unser Chef nichtmal schafft "Guten Morgen" zu sagen, wenn er einem begegnet, geschweigedenn, dass er wüsste, was er mit "einfachen" Mitarbeitern überhaupt reden soll...
Das ist Kultur..Welche Wertschätzung bringe ich als Vorgesetzter meinen Mitarbeitern gegenüber..Sehe ich sie als das Individuum, das sie sind und das mein Unternehmen voranbringt oder sehe ich sie als kostenfressende Ressource Personal, was sich inzwischen in den Wortschatz unseres Chefs eingebrannt hat.... Nehme ich sie ernst, höre ich ihnen zu....
und dann kommt die alte Leier mit den Hierarchien...natürlich haben wir motivierte Führungskräfte auf allen Ebenen, die in ihren kleinen Mikrokosmen auch eine entsprechende Kultur haben, nur so funktioniert der Laden doch überhaupt noch, weil sich der einzelne Mitarbeiter mit seiner Aufgabe, seiner Org-Einheit und seinen direkten Chef identifiziert und weil da Klima und Kultur stimmen.....
und ganz am Ende steht das große ABER...wie schaffe ich es der obersten Führung nahezubringen, dass es ihre verdammte Pflicht ist, die Kultur, die sie einfordert auch selber vorzuleben.....
___
Der Optimist irrt sich genauso oft wie der Pessimist! Aber er hat viel mehr Spaß dabei!!!
Moin,
ich denke mal Skymichel hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Solange die Firmenkultur von oben nicht gelebt wird das nie was. Getreu dem Motto: Der Fisch stinkt zuerst am Kopf.
In den einzelnen Abteilungen oder auch zwisch einzelnen Abteilungen funktioniert oft die Kulur/Miteinander. Das schwierige ist das auf die gesamte Firma zu bringen.
Denke aber auch es immer schwiegiger wird je, größer eine Firma wird, eine einheitliche Kulur zu implementieren.
Gruß: Mr.Idea
Hallo,
war wohl nicht mein Tag. Trotzdem kann ich das Thema langsam nicht mehr hören.
Auch ein Wertesystem, was sich auf die Führung von Menschen auswirkt, ist ein Produkt seiner Umwelt.
Schöne Grüße
Vivian
Die Religion ist der Säufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes. Karl Marx
Bei dem Zitat würde ich gern das Wort "Religion" als "Glauben" als meine Interpretation wählen. Ich denke das trifft wohl auf die heutige Zeit ehr zu: Geldgläubigkeit, Mediengläubigkeit, Politikgläubigkeit, Konsumgläubigkeit ... ...
geändert von - Vivian on 29/09/2007 19:17:32
Hallo zusammen,
es geht doch ganz einfach um den vernünftigen Umgang mit mir selber und um einen respektvollen Umgang mit meinem Gegenüber.
Zitat aus der Bibel(3. Mose 19,18): »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst«, so tut ihr recht; wenn ihr aber die Person anseht, tut ihr Sünde und werdet überführt vom Gesetz als Übertreter. Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig.
Ich denke wenn sich dieses Verhalten in unserem täglichen Miteinander wiederspiegeln würde hätten wir einige Probleme weniger.
Gruß
Henning
Hi, hacki,
Du: "wäre das etwas für q4u, so als unterlage für alle?"
klar. Was muß ich dazu tun?
Das ist der Weg, der sich aus der Gemeinsamkeit des Prozesses ergibt: Erst mal selber ausprobieren. Dann selber Eerfolg haben. Dann klappern zum Handwerk. Dann seinen Chef informieren.
Alles weitere legt der loyale Mitarbeiter in dessen Hand, wechselt oder beißt die Zähne zusammen.
Hi, Viviam,
Du: "...wir rufen um so lauter nach ... Kultur, je mehr wir sie vermissen."
Klar. Wie mit Gesundheit, Fitneß, Liebe, Sicherheit, Frieden und Reichtum.
D: "...haben mich die Bücher jedoch in einem tiefen Zustand der Frustration...."
?Aufklärung: Die Vernunft macht immer heller, in welchem Dunkel wir leben.? (Ludwig Marcuse)
Frustration aus Aufklärung ist als Preis des Fortschritts vertretbar - wenn es denn ein Fortschritt ist.
Frustration aus Ohnmacht erleben wir natürlich, wenn wir unsere Trauben wesentlich höher hängen als unsere Sprungkraft ist.
Eine Folge des Mangels an Aufklärung, des "Soften" an den "Soft Facts".
Denn wenn wir sowohl über Fitneß als auch Kultur immer dann reden, wenn sie fehlt, da gibt's einen großen Unterschied: Wir wissen, wie wir durch Waldläufe, Holzhacken und anderen Sport oder Arbeit uns fit machen können.
In Sachen Unternehmenskultur wissen wir: Alle erfolgreichen Unternehmensgründer haben eine intakte Kultur geschaffen, wohl keiner nach Methode, also ist es a) möglich und b) kann es nicht kompliziert sein.
Die Ahnung, es ist möglich, es kann nicht kompliziert sein, und trotzdem schafft es kaum einer - das tut mehrfach weh.
Meine Erkenntnis aus der Sanierung eines Anlagenprojekts: Die geisteswissenschaftliche Fragestellung "Was ist Kultur?" ist unbrauchbar zu ihrer Erfoschung. Da verzettelt man sich sofort in Unterschieden.
Mit der Fragestellung "wie funktioniert Kultur?" dagegen läßt sie sich als Prozeß modellieren, und plötzlich werden die Unterschiede zur schmückenden Nebensache.
Vorgänge als Prozeß modellieren, das kennt Ihr Qualitäter, Euer täglich Brot.
Von Soziologen und Psychologen habe ich dafür nur Haue bekommen, das sei abartig, Kultur sei der Menschen sei doch der Menschen höchstes Gut, hach so, ein Ingenieur, naja...
Die Modellierung als Prozeß aber hat einen wunderbaren Vorteil: Diesen Prozeß finden wir im Team wieder. Dort heißt die Kultur "Teamgeist".
Wir finden sie sogar im Individuum. Dort paßt der Begriff "Persönlichkeit".
Alles derselbe Proze, nur die Inhalte sind individuell - und die Ungeschicklichkeiten.
Der Prozeß beginnt beim Individuum schon im Sandkasten, wenn wir uns einen Freund wählen und den anderen eben nicht.
Den Prozeß finden wir sogar wieder, wenn wir das TV-Programm anschauen und einen Sender wählen: Es ist der elementare Prozeß "ich bilde mir eine Meinung, was gefällt mir?".
Bei der Wahl der nächsten Meinung beachten wir schon unsere Wahl zuvor. So bilden wir uns nach und nach ein System von Meinungen, ein Wertesystem, auch Kultur genannt.
Kulturen entstehen wie Schneeflocken. Jede wächst Molkül für Molekül, jede einzigartig, und doch derselbe Prozeß.
Alles genauso unkompliziert wie die Kunst, im richtigen Moment Atem zu holen.
Viel simpler als die Beschreibung dazu zu lesen.
Aber nicht leicht. Manche Jugendlichen springen vor Verzweiflung lieber vom Hochhaus.
Haben wir unsere Kultur aber nach vielen Kämpfen schließlich stimmig bekommen, widersetzen wir uns jedem Besserwisser.
Deshalb ist Kulturveränderung für Fremde so schwer. Es sei denn, die gemeinsame Not ist groß genug für eine Revolution, die von innen kräftig voran getriebnen .
Weil die Prozesse der Kulturbildung so gemeinsam sind für Individuum, Team und Unternehmen, ist mein Weg, war in meinem Projekt, ist fur Euch alle:
1. Erkennt an euren eigenen bewährten Fähigkeiten den elementaren Prozeß, wie wir Menschen uns erst eine Meinung bilden, dann eine zweite dazu, schließlich ein System von Meinungen. Unser Wertesystem, unsere persönliche Kultur.
2. Erkennt dieselben Prozesse in Eurem Team. Wie wir Individuen im Team eine kollektive Meinung bilden und dann ein Wertesystem, unseren Teamgeist, unsere Teamkultur.
Macht das mit Eurem Qualitätsteam. Mit Eurer Qualitätsabteilung. Sammelt Erfolge damit. Klappert dazu, immer erst nach dem Erfolg.
Wenn Euch keiner abwirbt, dann habt Ihr das Ohr Eures Geschäftsführers auch für den Umgang mit Teamkultur und Unternehmenskultur.
Und wenn der so klug ist, wie einer sein muß, um als GF berufen zu werden, könnt Ihr ihn beraten, wie er den Wettbewerbsfaktor Unternehmenskultur nutzen kann. Systematisch nutzen kann. Mit Qualität!
Da ist mein Weg für den loyalen Mitarbeiter zu Ende - er legt alles weitere in die Hände seines Chefs, wechselt oder beißt die Zähne zusammen.
Der schwerste Brocken kommt nämlich erst noch: Wer den Wettbwerbsfaktor Unternehmenskultur nutzen will, der muß sich ähnlich anstrengen wie derjenige, der den persönlichen Wettbewerbsfaktor Fitneß nutzen will. Er muß unter anderem Vorbild sein. Er muß sich für die gemeinsame Sache härter einsetzen, als er es von seinen Leuten auch nur erwartet.
Ich zeige Euch gern, was Ihr für Euch persönlich tun könnt und für Euer Team.
Und auch gern, wie man den Wettbewerbsfaktor Unternehmenskultur nutzt, wenn man darf und erkennt, der Lohn rechtfertigt die Mühen.
Zum Abschluß der Hammer als Schlußgong:
?Eine intakte Unternehmenskultur ist fast ein Garant für hohe Gewinne.? (Peter F. Drucker, sinngemäß, vor ½ Jahrhundert)
"Intakt" hat Drucker gesagt. Da hat er die Qualität angesprochen. Es kommt auf die Qualität der Kultur an! Und wer ist für Qualitätsfragen kompetent? Eben.
Ciao
Wolfgang Horn
P.S. für alle in Stuttgart und Umgebung: Teambau AG, VDI Stuttgart, jeden 2. Mittwoch im Monat, nächstes Treffen 10.10., 17:oo, Hamletstr. 11. Bitte Nachricht per Email in der Vorwoche.
Referat: "Wie Defekte in der Teamkultur Produktivität vernichten, Kapital und Arbeitsplätze." (Wo der Fuchs vor seinen hochhängenden Trauben in Fruststarre verfällt, da bringt das Vernichten einzelner kleiner Kulturdefekte regelmäßig kleine und größere Erfolge und macht Laune.)
Hi, Ralf,
Du: "ich frage mich grade ob wir Kultur und Harmonie verwechseln"
Und wie. Das ganze Thema ist ein Tohuwabohu.
Prozeßverständnis klärt auf - dann platzen aber viele Illusionen.
Du: "Die Frage ist doch immer wie gehen wir miteinander um..."
Klar. Wer Physik begriffen hat, der sieht die Wechselwirkungen. Der weiß, daß er alle Wechselwirkungen am linken Ende genauso festmachen kann wie am rechten.
Für den, der etwas erreichen will, ist die Frage: Wie packe ich am geschicktesten an? Wo, und wann?
Und das sage ich dir.
Wer meint, besseres zu wissen, der melde sich.
Du. "Nehmen wir den Abteilungsleiter von Mr. Idea - warum reagiert er so ?...."
Mag sein. Aus der Ferne schwer zu diagnostizíeren. Mr. Idea bräuchte hier besseres Diagnosewerkzeug. Der eigene gesunde Menschenverstand ist unser bester Ratgeber, aber leicht verführbar.
Hi, skymichel,
Du: "...aber zum Thema Kultur...tolle Hochglanzbroschüre namens "Leitbild"..."Richtschnur...."
Klar. Schmunzel und seufz.
Blechschäden im Straßenverkehr, da sehen wir die Zusammenhänge und kennen unsere Unfallfahrer. Da wissen wir Bescheid.
In Sachen Kultur gähnt da eine Riesenlücke.
Habt Verständnis mit Führungskräften, die Führen sollen, über deren Literatur aber selber sagen:
"Ich kenne kein Buch und keine Theorie, die ein wirklich erfolgreiches Führungskonzept für ein Unternehmen hergeben könnte - kein einziges." (Helmut Werner, einst Mercedes-Benz)
Wo wärst Du als Qualitäter mit Qualitätszielen, hätten Deming&Co nur Murks geschrieben?
Haben sie nicht, seien wir froh. Aber andere haben.
Hi, Mr. Idea,
Du: "...immer schwiegiger wird je, größer eine Firma wird, eine einheitliche Kulur zu implementieren."
"Implementieren", das klingt nach "von außen".
Besserwisser haben keine Chance. Allenfalls, ein teures Schmierenstück zu sehen, aufgeführt zu ihren Ehren von ihren feixenden Opfern.
Nein, Trainer, Berater und andere Beserwisser haben grundsätzlich keine Chance. Mit einer Ausnahme: Wenn die Belegschaft gebrochen ist. Wenn sie an dem Punkt ist, an dem das Individuum die Gelben Seiten durchblätter nach einem Psychotherapeuten.
(Beispiel: Film "ein Offizier und Gentleman", da wurde gezeigt, wie eine Person erst gebrochen wird, um sie dann neu zu erschaffen. Wer ekelt sich nicht davor?)
Solange die Abteilung, das Team, das Gefühl hat "Never change an winning team", "never change a winning culture", kannst Du diesem Team nur helfen, seine bereits bestehende Kultur in die Richtung zu entwickeln, die es für seine Zukunft braucht.
Der Konkurrenz geht es genauso. Wenn du es besser kannst, bist Du im Vorteil - und in der Kulturlogik findest Du, was Du brauchst, um zu erkennen, was machbar ist und was nicht, und wie Du das Machbare machen kannst.
Hi, Henning,
Du: "3. Mose 19,18): »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst«,"
Natürlich. Der beste Rat in dieser Sache, den ich kenne (..meine Scwierigkeit beginnt mit dem "wie dich selbst...")
Dieser Rat hat die Christenheit erfolgreicher gemacht als Sekten. Dies 11. Gebot ist ein Erfolgsfaktor. Aber nicht immer. Nur unter bestimmten Umständen, die so selten geworden sind wie die Kirchenbänke werktags leer.
Der Werteverfall ist kein Zufall, sondern Folge der Qualifizierung der "Massen".
"Die Kunst des Managements besteht ohnehin darin, mit weniger Wissen, als es die Mitarbeiter haben, diese zu führen." (Bernd Pischetsrieder)
Wo diese Weisheit wahr ist, da versagen doe Organisations- und Führungsmethoden, die im Taylorismus noch Spitze waren.
Wir wissen doch aus unserer Zeit als Jugendliche, wie wir uns aufgelehnt haben gegen Regeln.
(Nicht verwechseln: Hinter vielen Rufen nach "wir wollen Vorschriften" steckt die blanke Angst, geschimpft zu werden, und der Wunsch, sagen zu können: "Meine Schuldß Nein, ich habe genau nach Vorschrift gearbeitet. Der Prozeß-Owner, der wars...")
Wenn unsere Produktivität nachläßt, weil die Mitarbeiter zu qualifiziert sind für die Fünrungsmethoden fur Dumme, dann müssen wir entweder die Mitarbeiter wieder verdummen - oder die Methoden anpassen.
Ich kämpfe für Letzteres.
(Hätte ich gewußt, wie schwer und ermüdend dieser Kampf wird, ich hätte ihn wohl nicht angefangen. Danke, Euer Interesse bestärkt mich.)
ciao
Wolfgang Horn
hallo wolfgang!
http://www.bb-sbl.de/downloads/vorlagen.html
alternativ kannst du dich auch an barbara wenden :)
gruß und haltet die ohren steif!
hacki
"das ist ein walversprechen. das muß man nicht halten!" käpt'n blaubär, der weiseste bär des universums
Hallo,
das Thema Unternehmenskultur vergleiche ich mit dem Thema Gesellschaft.
Wer ist die Gesellschaft?
wir (also ich).
Wenn ich nicht tue, dann wird sich nichts ändern. (im Rahmen meiner Möglichkeiten)
nach Brecht:
"Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren."
Gruß
mfunk
Sie koennen erst dann neue Ufer entdecken,
wenn Sie den Mut haben, die Küste aus den Augen zu verlieren.
<chinesische Weisheit>
Hi, mfunk,
Du: "das Thema Unternehmenskultur vergleiche ich mit dem Thema Gesellschaft."
Richtig, naja, fast richtig:
1. Gesellschaft entspricht Unternehmen, Unternehmenseinheit, Team, Individuum (Antwort auf die Frage "Wer?").
2. "Summe aller geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze für alle Deutschen" entspricht Unternehmenskultur, "Abteilungskultur" (kein geprägter Begriff, aber Entwickler verhalten sich typischerweise etwas anders als ihre Kollegen aus dem Vertrieb, da gelten zumindest unterschiedliche ungeschriebene Gesetze, Teamgeist ("Teamkultur") und Persönlichkeit. Hier die Antwort auf die Frage "was hält man hier für richtig?"
Nachtrag: Für Staatenbündnisse und gar die ganze Menschheit läßt sich auch je eine Kultur zuordnen.
Alle diese Kulturen werden nach denselben Gesetzen gebildet, entstehen und vergehen. Weil wir Menschen unsere Kultur bilden. Nach dem, was wir in unseren Erbanlagen geerbt haben.
Eines, das wir alle kennen, wird deutlich, wenn wir fragen "Was ist aus den 10 Geboten geworden?" Das:
"Wenn man alle Gesetze studieren sollte, so hätte man keine Zeit, sie zu übertreten." (Johann Wolfgang von Goethe)
Wir selbst helfen kräftig mit an unserer Selbstfesselung in Bürokratie.
Es gibt aber auch einen Lichtblick: Die Straßenverkehrsordnung verbürokratisiert sich deutlich langsamer als die Steuergesetzgebung.
Die Gründe dafür könnte ich auch noch nennen und zeigen, wie sie wirken.
Ist aber nur interessant, wenn die Folgen der Bürokratie Leidensdruck verursachen.
Du zitierst: "Wenn ich nicht tue, dann wird sich nichts ändern. (im Rahmen meiner Möglichkeiten)"
Richtig. Aus der Beseitigung technischer Mißstände wissen wir alle, wie man da vorgehen muß, und was die Grenzen ausmacht:
Gan grob: Können, Wollen, Dürfen.
Feiner:
a) Ärger über den Mißstand. Er hat also eine Vorstellung, wie es besser sein könnte.
b) Antworten auf die Frage "wie funktioniert das, was nicht so funktioniert, wie es sollte und könnte?" Wessen Auto nicht ansringt, der doktert nicht am Rücklicht rum, sondern geht zielgerichtet vor, bemerkt Jahreszeit, Kälte, prüft die Batteriespannung und verflucht sich, die Batterie nicht geprüft zu haben.
c) Werkzeuge zur Heilung.
d) Können in der Anwendung dieser Werkzeuge.
e) Befugnisse. Oder den Mut, seine Grenzen auszuweiten.
Für technische Fragen haben wir das alle.
Für Soft-Fact-Fragen haben wir alle unseren "gesunden Menschenverstand". Der ist phantastisch, hat uns durch Millionen Jahre an Evolution gebracht. Unser bester Ratgeber. Dummerweise hört unser Boss nicht auf unseren, sondern eher auf seinen.
In der Technik war das auch mal so, da gab es Zeiten, als der Fürst den Bau eines Perpetuum mobile anweisen konnte. Heute zeigen wir ihm unauffällig den Energierhaltungssatz, und dann hat er einen Sparmotor haben wollen.
Aber im Bereich der Soft facts, da glaubt ein Vorstand tatsächlich, er könne einem Drittel der Belegschaft ein Drittel des Einkommens nehmen und zugleich rege Beteiligung am Ideenmanagement erwarten!
In Fragen der Soft Facts ist die Aufklärung an denselben Hindernissen stehen geblieben, mit denen ich derzeit kämpfe: Eitelkeit und die Angst vor dem aufrichtigen Blick in den Spiegel, es könne ein Teufel herausgrinsen, und unser teuflischer Lieblingsgegner könne im Spiegel weniger teuflisch aussehen, sogar fast wie wir...
Diese Angst vor uns selbst ist unbegründet, unsere Art hat dioe Evolution überstanden, kann also nicht schlecht sein. Aber viele unserer kollektiven Illusionen platzen, und das tut wirklich weh. Wir können unsere Einbildung, immer wir seien die Guten und immer die anderen die Bösen, nicht aufrecht erhalten.
Die Psychoanalytiker Freud, Adler, Reich und Jung haben sich nicht einigen können, ihre Nachfolger noch heute nicht in den schon damals unlösbaren Gegensätzen.
Da sind noch schlimme Folge-Hindernisse wie die Verunsicherung der Soft-Fact-Fachleute. Wo die Soft-Facts soft sind, da gibt's keine Fachleute, denn da weiß keiner, was los ist. Aber es tummeln sich die Stümper, Gurus und Scharlatane.
Und den Personalern fehlt das, was Techniker wie wir haben: Die Fähigkeit zum selber prüfen.
"Ich kenne kein Buch und keine Theorie, die ein wirklich erfolgreiches Führungskonzept für ein Unternehmen hergeben könnte - kein einziges." (Helmut Werner, einst Mercedes-Benz)
?Die Managementliteratur selbst ist in so hohem Maße wertlos, daß es sich, von wenigen Ausnahmen abgesehen, praktisch nicht lohnt, sie durchzuarbeiten? (Prof. Fredmund Malik, St. Gallen)
Freunde der Qualität - prüft doch mal die Qualität der Literatur zu Managementkonzepten in Eurem Hause. Oder gar das, was da als "Führen" oder "soziale Kompetenzen" trainiert wird. Oder gar "Persönlichkeitsentwicklung". Weiß der Trainer eigentlich, wovon er spricht? Kann er die Richtigkeit seiner Behauptungen belegen?
Die Qualität einer Werkzeugmaschine zu prüfen, das ist Euer täglich Brot. Nehmt das Seminar "Persönlichkeitsentwicklung" doch mal als Werkzeug und prüft das nach ähnlichen Kriterien!
Bitte lautlos. Denn da kommen die Soft-Fact-Gegenargumente "Individuum, einzigartig, multiple Welten und Wahrheiten...", da steigen die Soft-Fact-Fachleute auf die Barrikaden, fordern für sich eine qualitäterfreie Zone und damit qualitätsfreie Zone!
Und dann schätzt mal die Kosten, die Eurem Unternehmen entstehen, weil es mangelhafte Managementlehren und Werkeuge bekommt!
Du im Nachsatz: "Sie koennen erst dann neue Ufer entdecken, wenn Sie den Mut haben, die Küste aus den Augen zu verlieren."
Ja. Aber: Wer diesen Mut für ein angeborenes Merkmal hält wie Körpergröße oder Haarfarbe, der irrt. Der Mut, das Wollen, kommt mit der Aussicht auf lohnenden Return, Können und Dürfen.
Mit anderen Worten: Wo immer Du in Deiner Qualitätsarbeit meinst, da mangele es Personen an Mut, dann prüfe doch mal Aussicht auf Return, Können und Dürfen.
ciao
Wolfgang Horn
Hallo Wolfgang,
ich stimme Dir in vielen Punkten zu und wundere mich auch immer wieder, welchem neuen "Duft" die Fliegen nachfliegen. Dazu gehören sicherlich auch als neu verkaufte Management-Methoden oder Personalinstrumente, die nachweislich unnütz oder schädlich sind.
In einem Punkt widerspreche ich Dir: Der Mut zu Neuem ist jedem von uns angeboren. Kein Kind kann ohne diesen Mut lernen, und schon gar nicht so viel wie es in den ersten Jahren lernt. Und dieser Mut kommt ohne den Gedanken "Was krieg ich denn dafür" aus. Dieser Mut und diese Neugier entsteht aus jedem Menschen heraus und ist angeboren.
Erst später lernen wir, dass wir uns selbst beschränken sollen und schauen, was für uns bei der Sache drin ist. Dies ist ein erlerntes Verhalten.
Viele Grüße
Barbara
_____________________________________
Ich fühle, dass Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen.
(Charles Dickens, Schriftsteller)
Hallo zusammen,
ich habe mit großem Interesse diesen Dialog verfolgt.
Führen/Kultur wie macht man dieses am besten, wie wo kann ich mich informiere?
Durch mein Hobby, reiten bin ich schon vielen Göttern begegnet z.B. Monty Rob.... und vielen anderen begegnet.
Der beste Geck, man nehme einfach Führungskräfte, stellt diese in ein Roundpen, dieser soll dann mit dem Pferd arbeiten. sprich Riechungswechsel, anhalten u.s.w. und alles mit Körpersprache.( Preis ca. 1000 ? für zwei Tage)
Man stelle sich einen Menschen vor, der noch nie in seinem Leben mit Pferden zu tun hatte, geschweige denn gesehen hat.
Jeder von uns kennt diese Körpersprache, kann sie auch begrenzt ein setzen, doch wenn man diese nicht bewusst und von sich aus dem Inneren auch lebt, also seinem Charakter entspricht, wird die falsch eingesetzte Körpersprache schlimme folgen haben.
Man kann ein Pferd mit dem Körper lenken, durch bestimmte Bewegungen, zustand des Körpers Schute hängend oder einfach auf den Boden schauen. Doch man muss wissen was mache ich wenn ein Pferd nicht so antwortet wie es soll.
Mein Pferd hat mal einen Gott so zur Weißglut gebracht, dass dieser Gott ihn in die Enge getrieben hat: Folge mein Pferd hat ihn, nach mehrmaligen drohen, seiner seitens einfach umgerannt. Mein Pferd ist kein schwieriges Pferd, doch man muss ihm genau sagen was man von ihm will. Um den Gott nicht ganz dumm sterben zulassen, habe ich einem anderen Teilnehmer gefragt ob er es versuchen möchte, dieser sagte ja aber nur mit deiner Hilfe.
Siehe da mein Pferd machte alles was er sollte.
Der Gott hat mein Pferd so hart durch seine Körpersprache angegriffen, dass er dieses als Bedrohung aufgefasst hat. ( Gott hatte angst vor einem Hengst, wie sich herausgestellt)
Bin auch ehrlich, haben an diesem Kurs nur aus Fun mitgemacht.
Diese falsch eingesetzte Körpersprache hätte auch anders aus gehen können.
Menschen die dies einsetzen möchten sollten auch ihr gegenüber genau beobachten, wie verhält er sich, was kann ich ändern um an mein Ziel zukommen.
Durch meinen täglichen Umgang mit meinem Pferd, habe ich einen guten Spiegel bekommen.
Mein bester Berater, ist mein Umgang mit meinem Pferd. Nur so kann ich mich weiterbilden, denn unser Leben ist ständig anderen Reizen ausgesetzt. Bücher Filme und so weiter können immer nur eine bestimmte Situation beschreiben, ändert sich nur ein Faktor, hat dieses auch einen Einfluss auf die gesamte Situation. Also kann man nur begrenzt sein wissen aus einem Buch einsetzen.
Meine Erfahrung zeigt mir, wer wirklich die Körpersprache bewusst und wer sie unbewusst einsetzt. Es ist immer lustig seine Chefs zu beobachten!!!
Gruß Schimmy
Hallo Herr Horn,
danke für Ihre Aussführen, sie decken sich auch mit meinen Erfahrungen.
Teil 1:
Ich wollte klarmachen die Gesellschaft bin ich.
Ich kann auf andere zeigen und entledige mich meiner Verantwortung.
Ähnlich sehe ich das Thema Unternehmenskultur.
Ich bin Teil der Kultur, wenn ich mich anschließe, kann ich mich nur bedingt darüber beklagen.
Ich kann nicht alles ändern, aber ich kann daran arbeiten.
Ich kann nur dann etwas ändern, wenn ich Teil des Systems bin.
ABER(ich hoffe, ich bin mit diesen Aussagen nicht alleine ;-) :
- An meinem Einkommen hängt nicht nur meine Existenz
und darum mache ich auch mit.
- Ich bin mir im Falle eines Falles selbst der Nächste.
Teil 2:
"Mit anderen Worten: Wo immer Du in Deiner Qualitätsarbeit meinst, da mangele es Personen an Mut, dann prüfe doch mal Aussicht auf Return, Können und Dürfen."
Ja.
In dem Spiel um Kultur und Macht ist es wichtig zu wissen:
- wie sind die wahren Machtverhältnisse (wer mit wem und wer gegen wen -
das richtige Wort, zur richtigen Zeit, zur richtigen Person hilft,
nicht immer gleich, aber über die Zeit).
- Hartnäckigkeit / Dickfälligkeit
- Verantwortliche auf ihre Verantwortung hinweisen (hilft nicht immer).
mein persönlicher Literaturtip zu diesem Thema:
Das Semco System. Management ohne Manager. Das neue revolutionäre Führungsmodell. von Ricardo Semler
Zusammenfassung findet Ihr hier:
http://www.best-practice-business.de/blog/?p=2831
Grüße
mfunk
Sie koennen erst dann neue Ufer entdecken,
wenn Sie den Mut haben, die Küste aus den Augen zu verlieren.
<chinesische Weisheit>
Hi, Barbara,
Du: "....und wundere mich..welchem neuen "Duft" die Fliegen nachfliegen."
Du wunderst Dich? Unnötig. Deine Branche der Statistiker hätte dasselbe Problem, wären eure mathematischen Grundlagen qualitativ so ein Pfusch oder Krampf wie das, womit Führungskräfte arbeiten müssen.
Was habt Ihr für ein "Glück" der Tüchtigkeit Eurer Forscher: "Regression" - und jeder von Euch weiß, wie er diesen Prozeß ausführt.
In den Soft-Facts dagegen ein Tohuwabohu, pseudowissenschaftliche Anarchie, "multiple Wahrheiten".
Diagnose: ?Ein großer Teil der für die Managementpraxis empfohlenen Psychologie stammt aus dem Therapiebereich. Dieser ist unter Fachpsychologen an sich umstritten. (Prof. Fredmund Malik, St. Gallen)
Therapieforderung: ?Wenn überhaupt, dann würden wir im Management eine Psychologie des gesunden und nicht des kranken Menschen brauchen.? (Prof. Fredmund Malik, St. Gallen)
Meine Begründung: Für Zwecke der Psychotherapie entwickelte Modelle vom Verhalten des Menschen sind zu kompliziert für den Alltagsgebrauch unter gesunden Menschen.
Weil psycotherapeutische Modelle auch alle krankhaften Phänomene mit erfassen müssen.
Barbara, angenommen, Ihr Statistiker hättet nur Pfusch in Euren Arbeitsgrundlagen, aber hohe Forderungen zu erfüllen, Eure Auftraggeber hätten so Illusuionen, einem Perpetuum mobile vergleichbar - in dieser blanken Not muß die Verunsicherung so groß sein, daß die Suche nach Scheinsicherheit und Gurus sehr wahrscheinlich ist.
Da ist nix zu wundern. Aber zu freuen über die Qualität der Arbeitsgrundlagen für Statistiker.
Du: "Der Mut zu Neuem ist jedem von uns angeboren."
Kein Einwand, verträglich mit meinen Erkenntnissen.
Ich würde die Phänomene, die diesem Mut zugeschrieben werden, allerdings naturwissenschaftlich nach von Ockham mit weniger Unbekannten erklären: Angeboren ist uns, unsere Ziele ereichen zu wollen mit möglichst wenig unnötiger Mühe, sowie Phantasie. Damit ließe sich Neugier erklären, die Vorstellung einer Abkürzung zum Ziel und die Bereitschaft, etwas Mühe zu investieren in die Erforschung der Abkürzung.
(In den Soft-Facts sind Schnellschuß-Diagnosen schon lange Mode. Dann werden für beobachtbare Phänomene immer mehr Unbekannte als Ursachen eingeführt - und das Chaos wird noch chaotischer.)
Du: "Und dieser Mut kommt ohne den Gedanken "Was krieg ich denn dafür" aus. Dieser Mut und diese Neugier entsteht aus jedem Menschen heraus und ist angeboren."
Kein Einwand, ist verträglich. Aber sobald das junge Indivduum Erfahrung sammelt, dann auch die, wie es mit seiner Neugier und seiner intrinsischen Motivation "über den Tisch gezogen wurde.
Deshalb findest Du diesen Mut bei Mitarbeitern eher in Familienunternehmen mit "Wir-Gefühl" als bei denen im Großkonzern, in dem das "jeder für sich, jeder gegen jeden und unser Boß gegen alle" dominiert.
Du: "Erst später lernen wir, dass wir uns selbst beschränken sollen und schauen, was für uns bei der Sache drin ist. Dies ist ein erlerntes Verhalten."
So kann man die Vorsicht und Nicht-Naivität der Erfahrenen auch erklären. Ja.
Die Erklärungen schließen sich nicht aus.
Hi, Schimmy,
Du: "Mein bester Berater, ist mein Umgang mit meinem Pferd."
Weil Du die Körpersprache der Gefühle selber sprichst und liest.
Wärst Du neurotisch oder gar psychotisch, könntest Du es nicht. Denn eine Voraussetzung ist Einigkeit zwischen Deiner Intuition (Denkfähigkeiten an nicht-begrifflichen Gedanken und Gefühlen) und Deinem Intellekt (Denkfähigkeiten an begrifflichen Gedanken).
Wer Manager werden will, der lernt eher etwas anderes. 500?/Tag per Teilnehmer? Stark. Wie hoch sind die Kosten?
Du: "Also kann man nur begrenzt sein wissen aus einem Buch einsetzen."
Kein Buch der Welt kann Dir eine "Anleitung zum Dialog" vermitteln. Weil Dialog - auch der zwischen Reiter und Pferd - ein Wechselspiel ist, bei dem mehr "zuhören" muß, als man "reden" darf.
Und dies wechselspiel kann im Buch nicht vermittelt werden.
Braucht auch nicht, weil angeboren.
Manche haben halt das Pech, diese Fähigkeit wegoptimieren zu wollen.
Beispiel Sigmund Freud: Er legte seine Patienten auf ein Sofa. Er dunkelte den Raum ab. Er soll sogar woanders hingeschaut haben - vermutlich, weil er die Körpersprache seiner Patienten für irritierend hielt.
Du: "Es ist immer lustig seine Chefs zu beobachten!!!"
[Gequältes Grinsen] Dein Amüsement finden die aber garantiert nicht lustig, sondern eher befremdlich, vielleicht denkt auch einer an "aufsässig" oder "arrogant".
Schimmy, es gibt keinen Anlaß, das amüsant zu finden. Im Gegenteil: Es ist zum Heulen!
Ja, mach eine Körpersprachschule auf für "Mädels & Manager" oder so - erkläre den Mädels Deine Wunderwelt, und gib ihnen die Argumente für deren geplagte Väter.
Hi, mfunk,
Du: "Ich wollte klarmachen die Gesellschaft bin ich."
Ja. wir sind alle Teil der Gruppe, der wir uns gerade zuordnen. (Mal Teil der Familie, mal Teil unserer Profession, mal Teil unseres Teams im Beruf, mal Fan unseres Fußballvereins...)
Wir sind für alles verantwortlich, was wir tun oder lassen.
Du: "Ich bin Teil der Kultur, wenn ich mich anschließe, kann ich mich nur bedingt darüber beklagen."
Zustimmung zum "Teil", aber zum "Teil der Gesellschaft" statt "Teil der Kultur".
(Sobald wir das "Softe" in den "Soft" Facts als Ursache erkennen für allerlei Übel im Beruf, wächst automatisch der Wunsch nach Präzision im Denken.)
"Kultur" meint eben nicht dasselbe wie "Gesellschaft".
Du: "In dem Spiel um Kultur und Macht ist es wichtig zu wissen:
- wie sind die wahren Machtverhältnisse..."
Natürlich. Vor allem müssen wir dazu gelernt haben, Tarnen und Täuschen zu erkennen und die verheimlichten Absichten - und Machtverhältnisse.
Du: "Management ohne Manager"
Widerspruch. Heftiger Widerspruch. Die Verkündung der Anarchie im Unternehmen (Stichworte: Selbstorganisation, fraktale Fabrik, ganzheitliche Kundenorientierung auch innerhalb des Betriebes), das ist der Versuch, Pestbeulen zu Signalen der Gesundheit umzudeuten.
Zu solchen Wundererzählungen wie über Semco - so soft die Soft Facts, so leicht die Erklärung von Phänomenen mit falschen Ursachen.
So katastrophal die Situation der Bosse, so nahe liegt deren Wunsch, sich ihrer Verantwortung ganz zu entledigen.
Diese zu reduzieren auf "Budgetverantwortung".
Bonmot: In einem meiner Referate stand ein Nadelstreifenträger auf: "Herr Horn, ich bin ihr Referat gekommen, um zu hören, wie ich meine Mitarbeiter besser motivieren kann. Aber sie reden von Miteinander und Vorbild! Quatsch, ich verteile Ziele und sorge dafür, daß sie ereicht werden. Und wenn ein Mitarbeitr nicht mehr richtig funktioniert, dann schicke ich ihn zur Psychotante in der PE!"
mfunk, in der Ära der soft Facts war ein Vergleich von Führungskonzepten so gut wie unmöglich. Mit der Fragestellung "wie funktioniert Teamarbeit? Wie könnte sie besser funktionieren?" erkennen wir eher, was notwendig ist, damit ein Team produktiver und beweglicher ist als seine Konkurrenten. Nicht durch Anarchie. Sondern nur mit einem Chef, der in seinem Team doe Mitdenkvoraussetzungen geschaffen hat:
1. Vertrauen seiner Mitarbeiter erarbeitet haben: ?Was unser Chef will, das wird letztlich auch für uns gut sein? Denn wer seinen Chef als Gegner sieht, denkt eher gegen ihn.
2. Gemeinsamkeit der wichtigsten Entscheidungsgrundlagen. Nicht nur der auf Papier und Lippen, sondern vor allem der in den Köpfen. und für Romantiker: Auch in den Herzen. Denn andernfalls endet Mitdenken in Frust und Gegeneinander.
Ciao
Wolfgang Horn
Hallo Uhu,
Du bist echt gut!! Ein großes lob an Dich.
Mit dem Lachen über Chefs, da habe ich mich wohl nicht klar ausgedrückt.
Menschen die die Körpersprache nur in einem Buch oder einem Seminar gelehrt haben, und nicht wie Du es richtig beschrieben hast, bei diesen Menschen ist es nur ein Verstecken hinter sich selber. Aus angst etwas von sich preis zugeben, nicht als Versager oder sich richtig wichtig zumachen, denn die Körpersprache signalisiert nicht dass gleiche wie dass gesprochene Wort.
Du hast unrecht "aufsässig" oder "arrogant", bin ich noch nie beschrieben worden, sondern eigenwillig und dickköpfig, sie sagt was sie denkt, kann aber auch den Mund im richtigen Augenblick halten. Sie steht zu dem was sie gesagt hat. Und der letzte Punkt ist, doch für die meisten Menschen die mich kennen sehr wichtig. Denn was haben Menschen von einer Person die nicht zu ihrem Wort steht. Nichts, sie haben kein vertrauen mehr und vertrauen ist in der Heutigenzeit doch sehr wichtig.
Na klar komm ich nicht mit jedem Menschen zurecht, will ich aber auch nicht, denn sonst hätte ich schon lange: Ja, mach eine Körpersprachschule auf für "Mädels & Manager" oder so - erkläre den Mädels Deine Wunderwelt, und gib ihnen die Argumente für deren geplagte Väter.
Gemacht.
Stell Dir vor, dann würde ich doch noch mehr Menschen in ihr verderben treiben. Die wenigsten Menschen sind heute bereit etwas in die Tat um umsetzen, dass ihnen nicht liegt oder das ihnen fremd erscheint.
Sondern sie wollen nur ihren eigenen Nutzen haben, wenn ich mich so verhalte bekomme ich diese Antwort. Sie können dann ihr angelerntes Wissen an nicht so gut ?gestellten? Menschen ausüben, ihre Macht spielen lassen. Würdest DU so etwas gut finden, ich nicht.
Wenn eine Person mich anspricht wie machst du dass mit deinem Pferd, erst dann werde ich ihm mein wissen geben.
Gruß
Schimmy
Hallo Herr Horn,
ich pflichte Ihren Ausführungen zu.
Unternehmenskultur meint eigentlich den Umgang unter- und miteinander - was ist geduldet und was nicht.
Wichtig erscheint mir, dass die Kultur klar ist und klar gelebt wird. Grobe Abweichungen müssen zu Konsequenzen führen, dann finden sich kulturell Gleichgesinnte in einem Unternehmen zusammen. Das sagt aber nichts über die menschlichen/moralischen Qualitäten einer Kultur aus. In wie weit diese Kultur einem Unternehmen gut tut, zeigt sich am Markterfolg/-misserfolg.
Insofern muss ich Systeme wie Semco, ... als erfolgreiche Kulturen akzeptieren, auch wenn sie sich ausserhalb meiner Erfahrung bewegen.
Dabei darf man nicht vergessen: Wo Licht, da auch Schatten. Diese Schattenseiten werden aber leider gerne verschwiegen.
mfg + schöndes WE
mfunk
Sie koennen erst dann neue Ufer entdecken,
wenn Sie den Mut haben, die Küste aus den Augen zu verlieren.
<chinesische Weisheit>
Hi, Schimmy,
Du: "Du bist echt gut!! Ein großes lob an Dich."
Bitte weniger an mich, als mehr an das, was ich gefunden habe.
Du: "Menschen die die Körpersprache nur in einem Buch oder einem Seminar gelehrt haben...ist es nur ein Verstecken hinter sich selber."
hihi, treffend ausgedrückt. Das hat mich an Samy Molcho und seinen Büchern gestört - sie verleiten zur "Scheinkörpersprache" - man plant seinen Körperausdruck und übersieht dabei, daß nur die spontane Körpersprache zählt.
Warum? Weil Lügner nicht spontan sein können. Denn vor jeder Äußerung, ob verbal oder non-verbal, müssen sie mindestens einen Wimpernschlag lang prüfen, ob sie ihre Lüge nicht offenbaren.
Ich vermute, wer einem Tier so gegenübertritt, der wird es irritieren.
Nur die besten Schauspieler können eine glaubwürdige Körpersprache spielen.
Dieser Stummfilmstar (Nosferatu, Major Strasser in Casablanca) hat es geschafft mit dem Risiko zum Wahnsinn:
"Wenn ich eine neue Rolle bekomme, so nehme ich zunächst das Manuskript an mich, und ich finde keinen drastischeren Ausdruck dafür infiziere mein ganzes Wesen damit. Tage, ja wochenlang vor der Aufnahme lebe ich dann völlig zurückgezogen, ganz ich möchte sagen omphaloskopisch auf mich selbst, beziehungsweise jenen seelischen Infektionsprozess eingestellt. Und sehr bald fühle ich mit geradezu erschreckender Intensität, wie die Person, die ich darzustellen, in mir wächst, wie ich mich in sie verwandle. Es dauert nicht lange, und ich kann beobachten, dass ich noch vor den Aufnahmen auch im zivilen Leben ganz anders mich bewege, anders spreche, anders blicke, überhaupt anders mich verhalte als sonst, dass der Conrad Veidt in mir allmählich ganz jener andere geworden ist, den ich ?darzustellen? habe, in den sich aber vielmehr mein Ich autosuggestiv verwandelt hat. Bessessenheit wäre der richtige Ausdruck für meinen Zustand.?
Conrad Veidt? Paul Ickes, 1928, Conrad Veidt Museum Albstadt
Die Körpersprache plant man nicht, sondern denkt und sagt nur das, was man auch fühlt.
Du: "Du hast unrecht "aufsässig" oder "arrogant", bin ich noch nie beschrieben worden..."
Fein, dann war ich da überempfindlich.
Du: "Denn was haben Menschen von einer Person die nicht zu ihrem Wort steht."
Richtig. Die Kultur des römischen Volkes nahm das wichtiger als alles andere. Ihrem höchsten Gott, Jupiter, schrieben sie die Aufgabe zu, der Wächter der Zusagen, Versprechen und Verträge zu sein.
Du: "Stell Dir vor, dann würde ich doch noch mehr Menschen in ihr verderben treiben."
Ich halte Aufklärung und aufrichtige Information für gut für andere Menschen, eher für ein Gebot der Nächstenliebe.
Und mit Bedacht habe ich empfohlen: Informiere die Mädels. Das nützt denen schon mal. Vor allem dann, wenn ihr Vater solch ein Manager ost. Ob sie das dann an ihn weitergeben, ist deren Entscheidung.
Du: "...Sondern sie wollen nur ihren eigenen Nutzen haben, wenn ich mich so verhalte bekomme ich diese Antwort."
Das war schon immer so. In der Anfangs- und Blütezeit des römischen Imperiums, als die Tugenden noch hoch im Wert standen, da konnte der Tugendhafte einen späten, aber hohen persönlichen Lohn für seine tugendhaften Opfer erwarten.
Wie im intakten Familienunternehmen - da wird jede tugendhafte Tat zur persönlichen Investition in Zukunft und Wachstum, das lohnt sich später, und so sehr, daß dies Verhalten selbstverständlich wird.
Hi. mfunk,
Du: "Wichtig erscheint mir, dass die Kultur klar ist und klar gelebt wird."
Die Kultur einer Gesellschaft ist das System ihrer geschriebenen, ungeschriebenen und nur gefühlten Gesetze.
Manche so verwickelt wie die Steuergesetzgebung, andere so klar, einleuchtend und verständlich wie die Straßenverkehrsordnung.
In jungen Unternehmen dominiert "Zukunft, Durchsetzen gegen die Konkurrenz!", und gemeinsamer Schweiß, das schweißt zusammen. So gut die Schweßnähte, so tolerant und frei kann man miteinander sein. Je unüberschauberer die Unternehmen, desto gewaltiger das Regelwerk, mit dem der eine den anderen fesseln will.
Du: "Grobe Abweichungen müssen zu Konsequenzen führen"
Wer weiß nicht aus der Kindererziehung, wie unverzeichtbar die Konsequenz ist?
Aber wie konsequent können verunsicherte Manager sein?
Du: "Das sagt aber nichts über die menschlichen/moralischen Qualitäten einer Kultur aus."
Darum kümmere ich mich überhaupt nicht. Meine Kulturlogik habe ich frei gehalten von Moralismen.
Aus folgendem Grunde: Wertesysteme passen gut für unmündige Personen, die ihren Pfarrer fragen, wie sie handeln müssen, um nicht in der Hölle zu landen, sondern im Paradies.
Wertesysteme aber passen nicht zu Individuen, die selber denken wollen. Die bewerten "gut" und "böse" nach eigenem Geschmack und empfinden Vorschriften darin als bevormundend.
Das einzig Gemeinsame, und darauf habe ich mich konzentriert, ist das Aufzeigen der kausalen Zusammenhänge.
Meine Kulturlogik erklärt auch die Erfolgsfaktoren einer Mafia-Familie. Deren Werte sind ganz andere als unsere, aber die finden die sicher gut.
Du: "In wie weit diese Kultur einem Unternehmen gut tut, zeigt sich am Markterfolg/-misserfolg."
Letzlich ja.
Du: "Insofern muss ich Systeme wie Semco, ... als erfolgreiche Kulturen akzeptieren, auch wenn sie sich ausserhalb meiner Erfahrung bewegen."
Erfolgreich ja, das ist nachweisbar. Aber wenn wir lernen wollen, dann ist derjenige im Vorteil, der erkennt, wie dieser Erfolg funktioniert.
Was macht denn Ihr Qualitäter? Hohe Ausschußquote in der Fertigung ist der Beweis für Nicht-Beherrschung der Fertigungsprozesse. Und dann wollt Ihr die Vorgänge verstehen und macht Euch große Mühen, die treffenden Kennzahlen zu finden.
Da seit ihr Lichtjahre voraus gegenüber alle, was "Soft Facts" heißt.
ciao
Wolfgang Horn
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