Hallo,
ich erstelle in einem Betrieb mein erstes QMH.Im Moment bereitet mir der Punkt 6.2.0 Verschwiegenheitspflicht nach STGB § 204, Verwertung fremder Geheimnisse und § 205 Strafantrag große Probleme.
Der Produktionsleiter "ungelernete Fachkraft" ohne Berufsabschluss weigert sich diese zu unterschreiben. Die Geschäftsleitung war gerade bei mir und hat mir von der Unterschriftsverweigerung erzählt.
Nun hat er auch die Sekretärin (seine Freundin) davon überzeugt, nicht zu unterschreiben.
Ansonsten hat jeder anstandslos unterschrieben.
Ich finde, wenn sich jemand weigert, eine Verschwiegenheitspflicht zu unterschreiben ist das ein Kündigungsgrund.
Er kann nicht der Geschäftsleitung diktieren, was er machen möchte und auch nicht. Leider gibt es mit ihm noch mehrere Probleme, die die Zertifizierung bis jetzt um 6 Monate verzögert hat. Mitlerweile muss ich alle VA's und AA's schreiben, damit es voran geht.
Hat hier jemand eine Idee, wie man die Kuh vom Eis bekommt.
geändert von - Lasso on 22/08/2007 11:14:29
Antworten:
Hallo Lasso,
erstmal willkommen im Forum :-)
Was ich so gerade gar nicht verstehe ist, warum Du Dich um die Verweigerung der Unterschrift kümmerst. Der GF kommt zu Dir und regelt das nicht selbst? (Mal abgesehen vom QMH ist das einfach eine gesetzliche Anforderung und für die ist die GF zuständig!)
1. Schritt, um die Kuh von Deinem Eis zu kriegen:
Vorgang an die GF geben. Das ist definitiv nicht Dein Job!
Viele Grüße
Barbara
_____________________________________
Ich fühle, dass Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen.
(Charles Dickens, Schriftsteller)
Hallo Lasso,
sehe ich wie Barbara, dass das nicht dein Job ist.
Ist die Verschwiegenheitspflicht nicht bereits in euren Arbeitsverträgen abgedeckt?
Gruß
Evereve99
Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie auf einer Maschine festgeschnallt wären, die aus tausenden Teilen besteht, von denen jedes einzelne das billigste Angebot war? (John Glenn, Astronaut, auf die Frage, ob er vor dem Flug Angst habe)
Hallo Lasso,
für mich ganz einfach !!!
Stellenbeschreibung !
Dort mit einbauen und wenn er das nicht unterschreibt ab zur Verwahranstalt für Arbeitslose.
Gruß aus dem Outback
Stefan
"Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück."
Der Produktionsleiter "ungelernete Fachkraft" ohne Berufsabschluss
Verstehe ich das jetzt falsch...ein Produktionsleiter der eine ungelernte Fachkraft ist und keinen Abschluss hat? Wie geht denn sowas??
Aber egal...durch die Weigerung der Unterschrift würde es mir übel ausstossen..ich hätte kein gutes Gefühl dabei, bestätigt das doch eigentlich das er bestimmte Sachen nicht vertraulich handhaben will. Ich könnte mir sowas nicht vorstellen.
In meinen Augen gibts einen akuten Grund für seinen Verhalten.
Empfehlung: Geschäftsführung.
Hallo und Danke für die schnellen Antworten!
Mit dem Produktionsleiter ist da so eine Sache. Der hat ein gutes Händchen und ist deshalb eingestellt worden.
Aber ich ahne da schon böses, wenn der Auditor den Produktionsleiter bei der Zertifizierung richtig fordert. Meine durchgeführten Schulungsmaßnahmen sind bestimmt nicht bei Ihm hängen geblieben und z.B. Wartungsprotokolle bzw. Wartungsberichte von den CNC-Fräßen, Bohrmaschinen etc. werden auch nur lapidar durchgeführt. Er kümmert sich da nicht richtig drum.
Habe schon große Angst, dass wir wegen dem PL durchfallen!
Eigentlich werden Wellnessprodukte und Produkte für den Dentalbereich gefertigt. Es driftet zur Zeit durch Kundenkontakte und Kundenwünsche immer mehr in den Wasserbereich ab, da mein Chef für fast alle Probleme eine Lösung bietet. Was da teilweise an Lösungen herauskommt verblüft mich und die Kundschaft immer wieder.
Aber nun zurück zum Problem:
Das Unternehmen hat incl. meienr Person 9 Angestellte. Wenn der Produktionsleiter jetzt wegfällt, können Aufträge nicht ausgeführt werden. Ebenso ist es mit seiner Freundin im Sekretatiat.
Zum Thema Arbeitsvertrag:
Diese Verschwiegenheitsklausel gab es noch nicht und ich habe sie jetzt nachträglich eingeführt.
Gruß
Peter
Hallo!
Es gibt also eine ungelernte Fachkraft die eure Produktion leitet,
die Zertifizierung verhindert oder verzögert,
mit der Sekretärin des Chefs (nehme ich an) lebt,
sich weigert eine Erklärung zu unterschreiben, das Betriebsgeheimnisse nicht verraten werden dürfen,
und die GF fragt dich und akzeptiert das.
Frage: Was für eine Ballerbude seit ihr eigentlich? Schmeißt den Kerl mit Freundin raus und es hat sich alles geklärt. Es ist (nach deiner Beschreibung) offensichtlich das sie darauf aus sind dem Unternehmen zu schaden. Ausnahme: In der Verschwiegenheitserklärung stehen Bedingungen drin, die nicht akzeptabel sind. Beispiel: Man verpflichtet sich pauschal zu Ersatzleistung ohne Nachweise etc. gibt es alles!
Gruß
Michael
[quote]
Hallo und Danke für die schnellen Antworten!
Mit dem Produktionsleiter ist da so eine Sache. Der hat ein gutes Händchen und ist deshalb eingestellt worden.
Aber ich ahne da schon böses, wenn der Auditor den Produktionsleiter bei der Zertifizierung richtig fordert. Meine durchgeführten Schulungsmaßnahmen sind bestimmt nicht bei Ihm hängen geblieben und z.B. Wartungsprotokolle bzw. Wartungsberichte von den CNC-Fräßen, Bohrmaschinen etc. werden auch nur lapidar durchgeführt. Er kümmert sich da nicht richtig drum.
Habe schon große Angst, dass wir wegen dem PL durchfallen!
Eigentlich werden Wellnessprodukte und Produkte für den Dentalbereich gefertigt. Es driftet zur Zeit durch Kundenkontakte und Kundenwünsche immer mehr in den Wasserbereich ab, da mein Chef für fast alle Probleme eine Lösung bietet. Was da teilweise an Lösungen herauskommt verblüft mich und die Kundschaft immer wieder.
Aber nun zurück zum Problem:
Das Unternehmen hat incl. meiner Person 9 Angestellte. Wenn der Produktionsleiter jetzt wegfällt, können Aufträge nicht ausgeführt werden. Ebenso ist es mit seiner Freundin im Sekretatiat.
Zu "ungelernte Fachkraft:
Das habe ich wohl falsch beschrieben:
Er hat keine Berufsausbildung, arbeitet aber so gut wie eine Fachkraft (habe ich so verstanden).
Zum Thema Arbeitsvertrag:
Diese Verschwiegenheitsklausel gab es noch nicht und ich habe sie jetzt nachträglich eingeführt.
Gruß
Peter
[/quote]
geändert von - Lasso on 22/08/2007 11:52:58
Mit der Ballerbude ist ein bißken hart.
Die Produkte, die hier gefertig werden haben eine hohe Qualität und wir haben hier extrem wenig Reklamationen. Von ca. 10.000 Stk ausgelieferter Produkte sind in diesem Jahr 5 Reklamationen zurück gekommen , und diese auch nur wegen falscher Handhabung.
Zum Produktionsleiter:
Mein Chef hat ihn damals eingestellt (er hat ihn privat kennen gelernt), weil er arbeitslos war und mit seinem handwerklichen Geschick überzeugen konnte.
Problem: Er rastet öfter mal aus und ist schonmal wären der Arbeitszeit abgehauen.
Die Geschäftführerin würde ihn sofort kündigen, jedoch hält ihr Mann noch an Ihm fest.
Beide sind sich der Verantwortung bewusst!
Aber wenn er weg ist, bleibt erst mal vieles stehen.
Punkte der Verschwiegenheitspflicht:
Ich schweige über:
Geheimnisse des Kunden
Daten der Kunden
Ausstattung der Kunden
Aufträge
Verarbeitete Materialien
Kenntnisse über Sonderabsprachen
Personen in den Haushalten des Kunden
Persönliche Aufbewahrungsorte von Kunden, falls bekannt
Verwendete Verarbeitungstechniken
Gebrauchszustand unserer Maschinen und Werkzeuge
Interne Unfälle
Kenntnisse von Gehältern und Stundenlöhnen
Kenntnisse über Konten und Zugangsdaten
Kenntnisse über Einkaufspreise
Ergebnisse aus Audits und Zertifizerungen
Daten von Lieferanten
Ergebnisse von Prüfungen
Ergebnisse aus Kundenzufriedenheitsbefragungen
Kenntnisse von Reklamationen
Kenntnisse über Abfindungen
etc.
geändert von - Lasso on 22/08/2007 12:14:02
geändert von - Lasso on 22/08/2007 12:15:43
Hallo Peter,
ob nun gelernter oder ungelernter Produktionsleter ist vollständig schnurps, jedenfalls für die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen.
Für mich hat Deine Fragestellung zwei Aspekte:
1. Nicht-Verpflichtung auf gesetzliche Anforderungen
Hier ist die GF dran (s. o.) und zwar nicht nur was das Einholen der Unterschriften angeht, sondern auch bei Haftungsansprüchen (was teuer oder mit schwedischen Gardinen enden kann). Gerade wenn Ihr innovative Produkte entwickelt, müsste es eigentlich Deinem Chef wichtig sein, dass fremde Geheimnisse geheim bleiben.
Wegen der Beeinflussung anderer Mitarbeiter (der Sekretärin) und der Verweigerung der Unterschrift würde ich mir an seiner Stelle asap einen juristischen Rat einholen. Nach meinem Bauchgefühl dürfte insbesondere ersteres das für eine fristlose Kündigung reichen, aber ich bin keine Juristin.
2. Gefährdung des Zertifikats
Dabei stellt sich mir die Frage, was Ihr denn eigentlich wollt. Wollt Ihr das Zertifikat oder wollt Ihr einen Zettel an der Wand?
Wenn Zertifikat, dann bleibt Euch nichts anderes übrig, als das auch umzusetzen. Dann muss der Produktionsleiter entweder mitziehen (auch das nachdrücklich zu initiieren ist Chefsache!) oder gehen.
Wenn Ihr nur einen Zettel an der Wand wollt, dann muss sich die GF überlegen, wie viel Geld sie in die Hand nimmt, um das Zertifikat zu kaufen. Auch das ist Chefsache.
Ganz allgemein: Ist Eure Produktion gefährdet, wenn Ihr den Produktionsleiter rausschmeißt, seid Ihr in guter Gesellschaft mit vielen anderen kleineren Firmen. Nichtsdestotrotz darf das auf gar keinen Fall dazu führen, dass Mitarbeiter machen können was sie wollen. Denn damit könnt Ihr vielleicht kurzfristig die Produktion sichern, langfristig sitzt Ihr auf einem Pulverfass bei dem keiner weiß, wann es hochgeht.
Viele Grüße
Barbara
_____________________________________
Ich fühle, dass Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen.
(Charles Dickens, Schriftsteller)
Hallo Peter,
noch ein Nachtrag (unsere Beiträge haben sich überschnitten):
Wie könnt Ihr allen Ernstes davon ausgehen, dass Eure Produktion gesichert ist, wenn sich der Produktionsleiter nach eigenem Ermessen verkrümelt? Prinzip Hoffnung nach dem Motto "Der kommt bestimmt bald wieder."???
Ich würde diesen Produktionsleiter heute rausschmeißen und mir einen neuen suchen. Denn mir ist es lieber, ich weiß wann die Katastrophe eintritt, als dass ich jeden Morgen beten muss, es möge doch bitte alles gut gehen.
Viele Grüße
Barbara
_____________________________________
Ich fühle, dass Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen.
(Charles Dickens, Schriftsteller)
Hallo Lasso!
Das mit der Ballerbude bezieht sich auf das Problem und die Vorgehensweise bei dem Produktionsleiter und nicht auf die Firma und / oder das Produkt. Beides kenne ich nicht und kann ich auch nicht bewerten. In den Beiträgen kannst Du lesen das eigentlich jeder für eine Entlassung stimmt. Ich bin dafür das beide Entlassen und sofort freigestellt werden. Das Risiko das seine Freundin evtl. Informationen unterschlägt ist zu groß. Aber ein Anwalt ist da bestimmt besser informiert. Was macht ihr denn wenn der Mann mal 6 Wochen Urlaub hat oder mal krank wird. Dann geht doch nichts bei euch. Dass kann doch nicht sein, das eine Firma so abhängig von einem dermaßen schwierigen Mitarbeiter ist.
Gruß
Michael
Ich habe morgen mit der GF und dem TL (Ehefrau und Ehemann) ein Gespräch. Ich muss noch den Maßnahmenplan bzgl. des PL durchführen, weil es schon öfter Ärger mit ihm gab.
Das wird ein spannender Tag werden!
Danke für Eure Antworten, ist ein gutes Forum hier,
Peter
Ich sage wech mit dem Mann und mit seinem Satelliten auch.:-)
Und irgendwer muss ich doch halbwegs genug auskennen um seinen Job zu machen..der wird schon seinen Grund haben warum der die Vereinbarung nicht unterzeichnen will.
Da schießen einige Jungs sehr schnell - Es kann sein dass in diesem Fall der QMH getroffen wird.
Häufig kommt ein QMB jung und dynamisch um die Ecke. Die Reaktion der Alten Garde ist dann mal zu testen, wo dieser Junge steht,indem eine Kraftprobe angestrengt wird.
Wenn du meinst, du musst in den Krieg ziehen, dann möchte ich dich warnen ! Das kann richtig schief gehen ( ich war früher QMB für 26 Standorte, und hatte fast jedes Mal dieses Spiel "wer hat wem was zu sagen")
Das Unternehmen soll durch ein QM-System besser werden, nicht gespalten! Die Kunst ist jetzt, das Kind wieder aus dem Brunnen zu holen.
Lade GF und Produktionsleiter zu einem Gespräch ein, in dem sachlich die Punkte besprochen werden. Blockt dann der Produktionsleiter, dann wird aus meiner Erfahrung die GF reagieren, auch wenn sie das dir nicht auf die Nase bindet ("Bis zur Vorstellung des Nachfolgers ist dieser Mitarbeiter unverzichtbar")
Hallo Hirschberger,
ich fühl mich jetzt mal bei den "Jungs" mit angesprochen.
Das Verhalten des Produktionsleiters wie z. B. Entfernen vom Arbeitsplatz hat für mich eine völlig andere Dimension als das Einführen des QM-Systems. Sicher hatte dieser Mensch gute Gründe dafür, zu gehen (jedenfalls für ihn selbst gute Gründe). Vielleicht gab es da auch einen jungen, vorpreschenden QMB oder eine nicht ganz geschickte GF, wer weiß.
Tatsache ist für mich, dass keine Firma, die so von ihrem Produktionsleiter abhängig ist, damit leben kann (und zuverlässig arbeiten), wenn der Produktionsleiter ausrastet und/oder den Arbeitsplatz verlässt und/oder rechtliche Bestimmungen ignoriert und/oder andere Mitarbeiter gegen Entscheidungen der GF aufhetzt. Das geht einfach gar nicht.
Ich bin mit Sicherheit niemand, der vorschnell jemanden auf die Straße setzt. Bei geschäftsschädigendem Verhalten in dem beschriebenen Ausmaß ist mir allerdings das Hemd näher als die Hose, sprich: Wenn eine Produktion und Firma nicht MIT dem Mitarbeiter funktioniert, dann eben OHNE. Und zwar bevor die Katastrophe hereinbricht, die dann auch die übrigen Mitarbeiter und die GF ausbaden müssen.
Viele Grüße
Barbara
_____________________________________
Ich fühle, dass Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen.
(Charles Dickens, Schriftsteller)
Hallo Lasso!
Zitat:
"...Im Moment bereitet mir der Punkt 6.2.0 Verschwiegenheitspflicht nach STGB § 204, Verwertung fremder Geheimnisse und § 205 Strafantrag große Probleme...."
Zitat Ende
Ich versuche mal das Problem von einer anderen Seite zu betrachten:
Warum muss denn dieser Passus unbedingt im QMH verankert sein? Nimm den Passus einfach heraus. Dann bekommst du vielleicht deine Unterschriften.....
Bezüglich der Geheimhaltung wurde schon erwähnt, dass diese in die Dienstverträge gehören und das ist Sache des Personalchefs (bei euch ggf. GF).
Zu eurem PL sage ich lieber mal nichts...
Systemmanager :-)
Hallo Lasso,
denke doch mal in eine andere Richtung und entwerfe eine allgemeine Datenschutzerklärung nach BDSG auf Basis $5(Bundesdatenschutzgesetz). Dort brauchst Du nicht alle Punkte einzeln aufzulisten, sondern verweist ganz klar auf das BDSG.
So könnte ein Beispiel aussehen:
"Sehr geehrte/r Frau / Herr «Name»,
nach den Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) gilt für Sie auf Grund Ihrer Aufgabenstellung § 5 des BDSG. Danach ist es Ihnen untersagt, geschützte personenbezogene Daten unbefugt zu verarbeiten oder zu nutzen.
Gemäß § 5 BDSG sind Sie verpflichtet, das Datengeheimnis zu wahren. Diese Verpflichtung besteht über das Ende der Tätigkeit in unserem Unternehmen hinaus.
Wir weisen darauf hin, dass Verstöße gegen das Datengeheimnis nach §§ 43 und 44 BDSG und anderen Strafvorschriften mit Freiheits- oder Geldstrafe geahndet werden können.
Abschriften der hier genannten Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes (§§ 5, 43, 44) sind beigefügt.
Geben Sie bitte die beigefügte Zweitschrift dieses Schreibens nach Vollzug Ihrer Unterschrift an die GF zurück."
Ich kann mich dem Vorschlag von Systemmanager nur anschliessen: Schmeiss es aus dem QMH raus, damit zumindest Du auf der sicheren Seite.
el verde
Der Klügere gibt nach - diese traurige Wahrheit begründet die Weltherrschaft der Dummheit.
Hallo @ alle Antworten.
Mal was zu meiner Person:
ich bin 44 und Dipl.Chem. Meine Prüfungen zum QB, QM und QA habe ich letztes Jahr absolviert.
Der PL ist 7 Jahre jünger wie ich, meint aber er währe der King.
Das QMH schreibe ich in der Firma, weil ich die Besitzer durch meinen Sportverein kenne.
Was die machen entspricht zwar nicht meiner Ausbildung aber CNC-Fräsen, Bohrmaschinen, etc finde ich jetzt auch nicht so schwer.
Eigentlich klappt alles ganz gut mit der Umsetzung und den anderen 3 Mitarbeitern in der Produktion.
Zu Thema Verschwiegenheitspflicht und Arbeitsvertrag:
Alle haben bisher unterschrieben nur eben der PL und seine Freundin im Sekretariat nicht.
Warum soll ich da eine Änderungskündigung entwerfen (oder die GF). Ich sehe irgendwie nicht ein, dass wegen einer Person jetzt alles neu gemacht werden soll. Wie steht man denn dann da. Der PL wird sich in einer ruhigen Ecke einen ablachen. Möchte mein Gesicht auch nicht verlieren, weil ich diese Verschwiegenheitspflich auch eingeführt habe.
Ich werde heute folgenderdermaßen vorgehen.
1. Gespräch mit der GF und TL (Ehepaar)und vorschlagen, dass wir uns mit dem PL an einen Tisch setzen. Dann wird gefragt, warum er nicht unterschreibt und soll es auch Begründen.
2. Wenn er die Schweigepflicht nicht unterschreibt oder die Begründung so schlecht ist, soll er eine Abmahnung bekommen oder er und seine Freundin sollen sofort gekündigt werden oder kündigen.
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende (meine persönliche Meinung)
3. Ich habe auch schon vorgeschlagen, einen neuen PL einzustellen. Für das Geld, was der jetzige PL verdient bekommt man auch zwei gelernte arbeitslose Schlosser mit Erfahrung am PC, QS und halbwegs guter Rechtschreibung), die bestimmt dankbar für einen solchen Job sind.
Ärgerlich ist alles nur, weil die Zertifizierung ständig verschoben werden muss und dadurch schon zwei lukrative Aufträge verloren gingen.
Besten Dank nochmal für alle Antworten,
Peter
[quote]
Hallo @ alle Antworten.
Mal was zu meiner Person:
ich bin 44 und Dipl.Chem. Meine Prüfungen zum QB, QM und QA habe ich letztes Jahr absolviert.
Der PL ist 7 Jahre jünger wie ich, meint aber er währe der King.
Das QMH schreibe ich in der Firma, weil ich die Besitzer durch meinen Sportverein kenne.
Was die machen entspricht zwar nicht meiner Ausbildung aber CNC-Fräsen, Bohrmaschinen, etc finde ich jetzt auch nicht so schwer.
Eigentlich klappt alles ganz gut mit der Umsetzung und den anderen 3 Mitarbeitern in der Produktion.
Zu Thema Verschwiegenheitspflicht und Arbeitsvertrag:
Alle haben bisher unterschrieben nur eben der PL und seine Freundin im Sekretariat nicht.
Warum soll ich da eine Änderungskündigung entwerfen (oder die GF). Ich sehe irgendwie nicht ein, dass wegen einer Person jetzt alles neu gemacht werden soll. Wie steht man denn dann da. Der PL wird sich in einer ruhigen Ecke einen ablachen. Möchte mein Gesicht auch nicht verlieren, weil ich diese Verschwiegenheitspflich auch eingeführt habe.
Ich werde heute folgenderdermaßen vorgehen.
1. Gespräch mit der GF und TL (Ehepaar)und vorschlagen, dass wir uns mit dem PL an einen Tisch setzen. Dann wird gefragt, warum er nicht unterschreibt und soll es auch Begründen.
2. Wenn er die Schweigepflicht nicht unterschreibt oder die Begründung so schlecht ist, soll er eine Abmahnung bekommen oder er und seine Freundin sollen sofort gekündigt werden oder kündigen.
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende (meine persönliche Meinung)
3. Ich habe auch schon vorgeschlagen, einen neuen PL einzustellen. Für das Geld, was der jetzige PL verdient bekommt man auch zwei gelernte arbeitslose Schlosser mit Erfahrung am PC, QS und halbwegs guter Rechtschreibung), die bestimmt dankbar für einen solchen Job sind.
4. Wenn eine Änderungskündigung gemacht wird, soll das Gehalt deutlich gesenkt werde, damit er selber kündigt. So soll das Gehalt dann seinen nichtvorhandenen qualifikationen angepasst werden.
Ärgerlich ist alles nur, weil die Zertifizierung ständig verschoben werden muss und dadurch schon zwei lukrative Aufträge verloren gingen.
Besten Dank nochmal für alle Antworten,
Peter
[/quote]
Hallo Lasso (Kollege Chemiker),
kann es sein, dass das ganze Thema nur so nebenbei mit der Zertifizierung zu tun hat?
Mal abgesehen vom menschlichen Teil, ist für mich die Frage, ob Du nicht ein wenig über das Ziel hinaus schiesst? Die Verschwiegenheitsklausel ist für die 9001 nicht notwendigerweise Voraussetzung. Letztlich ist es wichtig für euch, dass ihr eure Prozesse im Griff habt.
Zu eurer Politik kann es natürlich gehören, die Verschwiegenheitspflichten durchzusetzen. Mir scheint es aber so, als ob der Druck/Wille von oben bisher nicht ausreichend ist.
Ich kann deine Argumente verstehen und ich würde auch nicht gerne im "friendly fire" stehen wollen. Lösungsansätze dazu habt hier bereits in ausreichendem Maße diskutiert. Mir scheint nur wichtig zu wissen, was dein Boss will und ob er dies auch umsetzen kann. Durch mangelndes Daten-Sicherheitsbewusstsein gefährdet er logischerweise sein Geschäftsmodell. Aber, sorry, wenn Du alle sonstigen Abläufe im Griff hast, dann bekommt ihr auch mit einem blockierenden PL das Zertifikat.
Viel Erfolg,
Qmarc
____
What you gonna do with all that junk?
All that junk inside that trunk ...
Hallo Qmarc,
das Thema Verschwiegenheitspflicht ist hier mitlerweile durch F&E zwingend geworden.
Es sind Meßvorrichtungen entwickelt worden, für die gerade Patente angemeldet wurden.
Der PL könnte diese nachbauen oder nachbauen lassen.
Das die Firma dadurch gefährdet ist, habe ich auch schon der GF geschildert.
Deswegen habe ich die Verschwiegenheitspflicht mit in das QMH aufgenommen.
Ich werde gleich nur Empfehlungen aussprechen und Eure Hinweise für mögliche Lösungen präsentieren. Ich stehe hier schon genug in der Schußlinie zwischen GF und PL und muss jetzt sehr diplomatisch daran gehen. Wenn alles schief läuft, werde ich ein 4 Augen Gespräch mit dem PL einleiten.
Gleich wird es spannend,
Gruß
Peter
Und...wie ist es ausgegangen?
Hi,
die GF hat gerade beiden gesagt, dass Maßnahmen ergriffen werden, wenn bis morgen keine Unterschrift vorliegt.
Kann dann erst in ca. 48 h mehr erzählen, welches Maßnahmen ergriffen werden.
Gruß
Peter
Von der ganzen Personalmisere mal abgesehen, kann der äußere Druck des Zertifizierungunternehmens manchmal Wunder bewirken.
D.h. lasst ein Voraudit durchführen, welchen einen ersten Maßnahmenplan nach sich ziehen wird. Dann wird sich zeigen, ob der PL bzw. die fehlende Durchführung seiner Aufgaben maßgeblich die Zertifizierung gefährdet und in welchem Ausmaß.
Denn selbst wenn er die Vereinbahrung zur Geheimhaltung diese Woche unterschreibt, - Eure Probleme werden garantiert nicht weniger!!!
Nach Deinen Zeilen zu urteilen, Lasso, bist Du zwar nicht der unerfahrene QMB, den man vermuten könnte, dennoch gibt es ein Akzeptanzproblem Deiner Rolle gegenüber. Hier sollte die GL deutlich werden lassen (schriftlich), dass alles was Du tust, einführst oder abschaffst in seinem Sinne ist und er Dir den Rücken stärkt. Sollte das jemand nicht akzeptieren, wird er mit Konsequenzen zu rechnen haben.
Wenn ein Voraudit zu teuer ist, dann frag doch hier mal im Forum, ob es einen QMB gibt, der Euch besucht und auditiert. Vielleicht ist einer in der Nähe....der Praxiserfahrung sucht.
Nicht ganz verständlich ist mir Deine bisherige Rolle in der Firma. Du schreibst das QMH weil Du im Sportverein mit GL bist? Arbeitest Du sonst nicht dort als QMB?
Ich wünsche Dir viel Durchhaltevermögen weiterhin.
Gruß
nowonder
Hallo,
Verschwiegenheitspflicht weil Patente angemeldet werden??? (Meist öffnet ein Patent dem Wettbewerb doch die Möglichkeit es modifiziert zu kopieren -> siehe China und früher Japan).
1.) Wie ist denn die Fa. bei der Erfindungsverwertung vorgegangen? Hat sie die uneingeschränkte Nutzung der Erfindung dem Erfinder mitgeteilt, nachdem dieser seine Erfindung zur Nutzung angeboten hat?
2.) Erfindungen, die von Unternehmen genutzt werden, sind Eigentum des Unternehmens. Der Erfinder wird nach Erfindervergütungsgesetz entlohnt. Dies ist dem Erfinder auch mitzuteilen.
3.) Geschäftsvorgänge und Firmenwissen sowie Informationen über Kunden etc. sind per se bereits im BGB sowie für personenbezogene Daten im BDSG (siehe el verde) geregelt. Warum also nochmals regeln. Ich kann mir solchen Passus im Arbeitsvertrag nur vorstellen, wenn man in einem reinen FuE Labor arbeitet. Bei militärischen Entw. ist sowieso alles anders und strenger.
4.) Geheimhaltungsvereinbarungen o. ä. haben m.E. nichts im QMH zu suchen. Ich als Kunde würde mir denken, wenn die das da reinschreiben, dann haben die damit schon mal Stress gehabt!
5.) Ein QM System hat doch den netten Nebeneffekt, dass man Know How dokumentiert, damit es nachvollziehbar bzw. auch durch andere im Unternehmen anwendbar wird. Will der PL vielleicht sein Wissen und somit seine Königsstellung auf diesem Wege sichern? Oder hat er Angst, das jemand dahinterkommt, dass da gar nicht so viel ist?
IsoMan
Jetzt bin ich aber doch neugierig wies gelaufen ist....?;-)
Hi, Isoman,
jetzt kann ich formulieren, was mich vorher nur gestört hat.
Du: "Meist öffnet ein Patent dem Wettbewerb doch die Möglichkeit es modifiziert zu kopieren -> siehe China und früher Japan)."
Ich: Wenn das Patent diese Möglichkeit eröffnet, dann war es schlampig bearbeitet. Dann hat es ihm an Qualität gemangelt.
Ich habe einen Patentanwalt erlebt, der war so gut, daß ich ihn namentlch ehren möchte - Herr Graf von Rohde&Schwarz.
Er brachte die Arbeitnehmererfindung "auf den Punkt" und sorgte dafür, daß der Arbeitnehmererfinder sich auch die Umgehungsmöglichkeiten überlegte - und nannte auch diese in den Patentansprüchen.
Qualität lohnt sich auch im Patentwesen.
Halbherzigkeit darin ist tatsächlich eine Steilvorlage für die Konkurrenz.
ciao
Wolfgang Horn
Moin,
ich bin gerade erst wieder im Unternehmen.
Zu den Fragen:
Generell bin ich selbstständig im Bereich Wasserreinigung. Bedingt durch meine Zusatzqualifikationen hat mich mein Vereinkelloge gefragt, ob ich sein QMH schreiben kann.
Aber das beste: BEIDE HABEN UNTERSCHRIEBEN!
Nach euren Tipps von der Änderungskündigung, der nur nebenbei im Gespräch gefallen ist 'ups', hat er sich doch Gedanken gemacht.
Bzgl. eurer Info über ein Voraudit, ist für dieses schon Geld freigegeben worden. Bei meinem ersten QMH will ich doch gerne auf der sicheren Seite sein.
Vielen Dank an alle,
Peter
Hallo Uhu,
komme leider erst jetzt dazu Dir zu antworten.
Selbstverständlich hast du recht - aber was hindert denn einen Chinesen daran, dieses Patent zu kopieren?!
Weiterhin steht hinter einem sorgfältig ausformulierten Patent noch die Prüfungsinstanz und leider sitzen dort nicht immer die Besten aus ihrem Fach....
Weiterhin führen sorgfältig ausgeführte Patentanmeldungen in den USA dazu, dass man aus einem Patent aufgrund der vielen sogen. Nebenansprüche, dann mehrere Fortführungspatente (= Kosten) machen muss. Ergo ein sehr gut ausformuliertes Patent führt heute zu einer komfortablen Gelddruckmaschine für Patentanwälte und Patentämter.
IsoMan
Hi, Isoman,
Du. "ein sehr gut ausformuliertes Patent führt heute zu einer komfortablen Gelddruckmaschine für Patentanwälte und Patentämter."
Ja. Aber irgendjemandem scheint der Patentschutz das wert zu sein.
Du: "aber was hindert denn einen Chinesen daran, dieses Patent zu kopieren?!"
Niemand. Nur Du kannst seine Containerinhalte nach Anlandung in Schrott verwandeln - wenn Du den Patentverstoß nachweisen kannst.
Andernfalls könnte es passieren, daß Du noch nachträglich Lizenzen bluten darfst.
Natürlich ist es eine Abwägung, ob man mit einer Anmeldung sein Wissen offenbart oder besser verheimlicht.
Die besten Produktideen hatte ich immer nach Studium der bereits veröffentlichten Patente zum Thema.
Das internationale Patentwesen ist nicht perfekt - aber solange das beste, das wir haben, bis ein besseres vorgestellt wird.
Ciao
Wolfgang Horn
Hallo zusammen!
Nebenbemerkung: Manchmal ist das eingetragene Warenzeichen wichtiger als das Patent. Die Zusammensetzung von Coca-Cola z.B. ist nicht geschützt. Einfach, weil Coca-Cola sie nie offenlegen wollte. Coca-Cola hat aber zwei eingetragene Markennamen / Logos. Und die sind die wertvollsten der Welt. Auch wenn ich das noch nie verstanden habe....
PS: Die Fachausdrücke habe ich wahrscheinlich falsch verwendet. Bitte um Nachsicht.
Schöne Grüße
Frank
"There's no problem too great for running away from it!" (Charlie Braun)
@ Frank,
wir halten es ebenfalls mit der Eintragung bzw. dem Schutz eines Markennamens, da viele Unternehmen/Nutzer über den Markennamen einen besseren Bezug zum Hersteller finden.
@ Wolfgang
Du "Ja. Aber irgendjemandem scheint der Patentschutz das wert zu sein."
Natürlich, bewertet sich nicht das Ranking eines Unternehmens auch an den veröffentlichten Patenten. Weiterhin, je mehr Patente ich habe (egal von welcher Qualität), umso höher ist der Unternehmenswert.
Abschl. noch etwas persönliches zu den Patenten, die im Bereich der chem. Ind. in den letzten Jahren veröffentlicht wurden. Hier gibt es bis auf die Nanotechnologie leider nicht sehr viel bahnbrechend Innovatives. Die überwiegende Zahl der Patente sind m.E. nur Modifikationen von bestehenden Patenten oder aber (leider z.Z. in den USA geübte Praxis) eine Festschreibung von techn. Anwendungen, die man mit GMV als Stand der Technik ansehen könnte.
IsoMan
Hallo Lasso,
bin beim suchen wieder über den Beitrag gestolpert.
Zertifizierung inzwischen bestanden?
Gruß
Evereve99
"Organisation?" schrie Ford. "Organisation? Was für eine restlos bekloppte Bezeichnung für einen Laden wie den hier!"
Douglas Adams
>> Den Orignalbeitrag finden Sie in unserem Diskussionsforum <<
Weiterführende Informationen: