Hallo, hat jemand Erfahrungen mit einer einfachen Lieferantenbewertung für ein kleineres mittelständisches Unternehmen und kann ggf. eine wenig aufwändige ISO-konforme Systematik empfehlen? Eventuell auch eine Softwarelösung zur Dokumentation und Auswertung?
Grüße, CRohdinger
Antworten:
Hallo crohdinger,
ich bringe zur Lieferantenbewertung die Abteilungsleiter Qualitätssicherung, Technik/Entwicklung, Einkauf und Logistik an einen Tisch (in der Anfangsfase, bis sie mit der Systematik vertraut waren, danach kann man das auch via Intranet abfragen). Jeder der Personen bekommt eine Seite Papier (nicht mehr!!!) auf denen die wichtigsten Punkte abgefragt werden (diese vorher in einem Brainstorming abfragen und die Sache einmal anlaufen lassen, danach ggf. anpassen). Jeder Teilnehmer bekommt beispielsweise 25 %. Jede einzelne Frage Abfrage kann dann innerhalb der 25 % verschieden stark gewichtet werden. Also z. B. Qualitätssicherung hat insgesamt 250 Punkte (das lässt sich dann nämlich leicht rechnen). Die Frage nach Fehler bei der Eingangskontrolle wird mit max. 100 Punkten sehr hoch bewertet. Die Frage nach Lieferantenaudits wird in Summe mit max. 30 Punkten bewertet (30 Punkte = alles ok, 15 Punkte = Hinweise gegeben, 0 Puntke = Hauptabweichung, dazwischen gibt es beliebigen Spielraum). Zum Schluss alles Zusammenzählen und die Bewertungen der anderen Teilnehmer aufadieren >> Lieferant bewertet. Danach Maßnahmen >> Lieferant informieren, sperren, auszeichnen etc.
Ich vertrete den Standpunkt, dass ich keine vorgefertigten Softwarelösungen benutze, weil ich schon viel schlechte Erfahrung damit gemacht habe. Sie können einfach nicht das, was ich will oder ich kanns nicht bedienen und der Service ist nicht erreichbar oder.....
Wenn man sich selbst damit auseinander setzt, erfindet man eventuell mal das Rad neu aber man kennt das System bis ins Detail. Und Excel, Access und Word bieten eine Menge Möglichkeiten, bzw. das Pendat von anderen Anbietern, beispielsweise Lotus etc.
Grüße Alblondie
Hallo,
wir haben bei uns ein datenbankgestütztes System für die Lieferantenbewertung geschrieben und das ist beim Zertifizierungsaudit Prüfer gut angekommen.
Das ist der Vorteil wenn man eine Softwarefirma ist, da kann man sich die Programme selber schreiben und muß nicht mühevoll "vorgefertigte"Systeme an die eigenen Vorstellungen anpassen.
Hallo Crohdinger,
den Vorschlag von Albondie ist soweit OK.
Wir haben bei unserer Lieferantenbewertung die Punkte
- Preis
- Qualitätsstandard (zertifiziert ja/nein, nach was?
- Qualitätsleistung (Auswertung ppm bei WEP)
- Logistleistung (inner-/ außerhalb Termin, zu viel, zu wenig)
definiert.
Das sind die sog. "Hardfacts".
Für jede Sparte gibt es eine erreichbare max. Punktanzahl, die mittels einer Tabelle klassifiziert wird. Bei nicht bewerteten Kriterien (evtl. fehlen hier die Werte aus den Fachbereichen wg. Neuanlauf o.dergl.) reduziert sich die Basis der max. erreichbaren Punktanzahl. Sofern es zu Punktäbzugen wegen der Leistung kommt, was ja meistens der Fall ist, wird das ganze prozentual ausgedrückt (z.B. 75 % erreicht = B-Lieferant, 91 % = A Lieferant - nach Tabelle.
Das ganze führen wir bei der Vielzahl unserer Lieferanten nur bei den Key-Suppliers aus (nach Umsatz). Erweitern kann man das ganze mit den sog. "Softfacts", bei denen auch die Flexibilität, Erreichbarkeit des Anspr.partners, innovative Einbringung des Lieferanten mit bewertet wird. Softfacts deswegen, weil es Bauchfaktoren sind und nicht durch ZDF belegbar sind. Die hier max. erreichbare Punktzahl ist jedoch niedriger angesetzt und hat auf die Bewertung nur einen leichten Einfluß.
Das ganze wird 2xjährlich durchgeführt, schlechte Lieferanten, ab Einstufung "B-Lieferant", bekommt die Aufforderung, einen Maßnahmenplan zu erstellen, wie er gedenkt, künftig seine Performance zu verbessern.
Gute Zeit!
Qualyman
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